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Verbandspräsident Schröder in Schleswig : Auf Werbetour für den Tierschutz

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Thomas Schröder, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes, besucht das Schleswiger Tierheim – und fordert mehr Geld von der Stadt.

Hoher Besuch gestern Mittag im Tierheim am Ratsteich: Thomas Schröder, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes, hat während einer zweitägigen Schleswig-Holstein-Tour auch in Schleswig Station gemacht. Beim Gespräch auf der Gartenterrasse redete der Kölner Klartext: Ein großer Teil der Tierheime sei unterfinanziert und überlastet. Von den Kommunen fühlt sich der Tierschutzbund alleingelassen. „Viele Bürgermeister üben emotionale Erpressung aus nach dem Motto: Auch wenn ihr keine Zuschüsse bekommt – ihr werdet das Tier schon nicht einfach sitzen lassen.“

Auch der Schleswiger Tierschutzverein bekommt von der Stadt und den meisten Umlandgemeinden lediglich Geld für die vertraglich vereinbarte Aufgabe, aufgefundene Hunde, Katzen und andere Haustiere für 28 Tage aufzunehmen und zu verpflegen. Unter die Fundtierverordnung fallen auch Beschlagnahmungen als Folge von Vernachlässigung und Tierquälerei. Die Kosten des Tierheimbetriebs lassen sich dadurch nicht annähern finanzieren. Der Verein ist auf Spenden und Erbschaften angewiesen.

Schröder appellierte gestern er an die moralische Verantwortung der Kommunen. Von den 300 Millionen Euro Hundesteuer, die diese bundesweit jährlich einnehmen, forderte er eine einmalig Summe von 50 Millionen Euro als Investitionskosten-Zuschuss für alle Tierheime im Verantwortungsbereich des Tierschutzbundes. Zudem seien Bund und Länder in der Pflicht, die Kommunen zu entlasten, meinte Schröder.

Stadtrat Otmar Petersen (SSW), der in seiner Eigenschaft als stellvertretender Bürgermeister an dem Gespräch teilnahm, reagierte zurückhaltend. Er verwies darauf, dass die Stadt bereits zahlreiche andere finanzielle Belastungen zu tragen habe – und das für Aufgaben, die ebenfalls dringend seien – zum Beispiel für den geplanten Neubau von zwei Feuerwachen.

Yvonne Wiegers, die Vorsitzende des Schleswiger Tierschutzbundes, führte Schröder anschließend durch den weitläufigen Garten des Tierheims, den eine Jugendgruppe bewirtschaftet. Dort haben Kaninchen und Hühner ein Zuhause – aber auch Insekten und andere Kleinstlebewesen finden in einem abgezäunten Bereich beste Lebensbedingungen vor. In diesem Bereich, wo einem das Gras bis zum Hals steht, sehe man ein Beispiel dafür, wie es aussieht, wenn der Mensch nicht in die Natur eingreift, betonte Wiegers, die die Gruppe um Schröder voller Begeisterung durch das Gelände führte und ihn auf Neu- und Umbauten aufmerksam machte. Der Verbandspräsident, der bevor er nach Schleswig-Holstein reiste, Tierheime in Thüringen und Sachsen besuchte, hatte gestern noch zwei weitere Orte auf seiner Liste stehen – und wird heute die Heime in Lübeck und Mölln besichtigen.

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