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Aktion im Museum : Auf nächtlicher Fahrt im Gottorfer Globus

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Kinder erlebten den Sternenhimmel einmal ganz anders.

Normalerweise öffnet das Gottorfer Globushaus erst am ersten April wieder seine Türen für Besucher – und dann auch nur, solange es hell ist. Nachts dagegen liegt es stockduster im Barockgarten versteckt. Es sei denn, es heißt: „Nachts im Museum.“ Dann leuchtet das Globushaus schon von weitem und lockt die Kinder an wie das Licht Insekten.

„27 Mädchen und Jungen haben wir heute dabei“, erklärt Farid Ahmadzai vom Jugendzentrum, das die Nacht im Museum gemeinsam mit den Mitarbeitern von Schloss Gottorf sowie den Schleswiger Rollenspielern organisiert hat. „Wir hätten noch viel mehr Kinder mitnehmen können, so groß war die Nachfrage“, ergänzt er. Aber schon so wird die Nacht länger als geplant – obwohl die jungen Entdecker zwischen acht und zwölf Jahren berits in zwei Gruppen aufgeteilt werden. Während die eine zunächst im Schloss den Barocktanz und die Fächersprache lernt, geht es für die andere Gruppe durch den dunklen Park zum hell erleuchteten Fixpunkt: dem Globushaus.

Dort führt Kirsten Jensen-Huß die Kinder in die Entstehungsgeschichte vom historischen Vorbild des Globus ein, und wie dieser nach jahrelanger Odyssee im russischen St. Petersburg ankam, wo er sich bis heute befindet. Dann geht es zum Globus-Nachbau eine Etage nach oben. Auf die Frage, wo sich Schleswig auf dem Globus befindet, wissen die Kinder sofort eine Antwort: Ganz weit oben. Daneben entdecken sie ein viel zu großes Afrika, den Meeresgott Poseidon und laut Jensen-Huß etwas „ganz Sensationelles: Ein Land, das es gar nicht gibt.“ Vor 350 Jahren habe man die Erde nicht so gut gekannt wie heute und dachte, „wenn auf der Nordseite so viel Landmasse ist, muss auch am Südpol ein riesiger Kontinent sein, sonst würde die Erde ins Schlingern geraten“.

Die Kinder hören gebannt zu, auch, als die Fahrt im Globus beginnt. Kirsten Jensen-Huß erzählt Geschichten der griechischen Mythologie, deren Gestalten im Globus den Sternenhimmel abbilden. Jedes Kind sucht sein Sternzeichen und verfolgt den Lauf der Sonne mit. Am Ende sind sie sich einig: „Das war hammergeil.“ Als sie Rollenspieler Marc André Hansen danach aufs Dach begleitet, können sie die Sternzeichen aus dem Globus am Himmel finden. „Ich bin schon lange dabei, aber ich stand noch nie nachts bei sternenklarem Himmel hier“, zeigt sich auch Jensen-Huß begeistert und ergänzt: „Und der Große Wagen steht über dem Globushaus.“

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