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Tipps vom Hobby-Astronomen : „Auf keinen Fall in die Sonne blicken“

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Aus der Redaktion des Schlei-Boten

Hobbyastronom Dr. Ernst-Reinhold Mewes weiß, wie man die Sonnenfinsternis erleben kann.

Schleswig | Ob das Wetter heute überhaupt einen freien Blick in den Himmel ermöglicht, ist mehr als fraglich. Dennoch ist die partielle Sonnenfinsternis, die gegen 10.46 Uhr ihren Höhepunkt erreichen soll, in aller Munde. Denn es ist ein höchst seltenes astronomisches Schauspiel, das sich dort hoch über unseren Köpfen abspielt. Etwa 80 Prozent der Sonne werden – von Schleswig aus gesehen – vom Mond verdeckt sein. Der ehemalige Physiklehrer und Autor zahlreicher astronomischer Fachaufsätze, Dr. Ernst-Reinhold Mewes, erklärt im Interview mit Sven Windmann, was man unbedingt beachten muss, sollte es doch möglich sein, dieses Ereignis zu beobachten.

Herr Mewes, ärgern Sie sich sehr, wenn Schleswig heute in eine dicke Wolkenschicht eingehüllt sein sollte und Sie somit die partielle Sonnenfinsternis verpassen?

Nein, sicher nicht. Solche Enttäuschungen gehören zum Leben eines Amateurastronomen einfach dazu.

Welchen Rat haben Sie dennoch für diejenigen parat, die enttäuscht sein könnten?

Zum Beispiel kann man sich die kostenlose App „Google Sky“ auf sein Smartphone herunterladen und dieses dann in Richtung Sonne halten, wenn es soweit ist. Dann wird die Sonnenfinsternis simuliert dargestellt. Wer es noch etwas einfacher haben möchte, kann sich auch eine kurze Simulation ansehen, die ich selbst erstellt habe. Das geht mit einem – ebenfalls kostenlosen – Programm, das sich Stellarium nennt. Dabei konnte ich ausrechnen, wie genau die Sonnenfinsternis über Schleswig verlaufen wird. Eine Sonderanfertigung sozusagen. Das Ganze sieht man allerdings im Zeitraffer.

Angenommen wir haben Glück und das Wetter erlaubt uns doch einen Blick auf die Sonne: Geht das überhaupt ohne Spezialbrille?

Nein. Man darf auf keinen Fall direkt in die Sonne blicken, auch nicht mit normalen Sonnenbrillen. Das führt zu irreparablen Schäden der Netzhaut, die sich oftmals allerdings erst sehr viel später bemerkbar machen. Es gibt aber auch eine ungefährliche Möglichkeit, die Sonnenfinsternis zu beobachten. Man richtet ein Fernglas auf die Sonne und hält in kurzem Abstand dahinter einen Schirm, etwa ein Blatt Papier. Darauf wird das Bild dann projiziert.

Wo hätte ich hinfahren müssen, wenn ich eine totale Sonnenfinsternis hätte erleben wollen?

Zum Beispiel nach Spitzbergen. Oder auf einem Segeltörn im Nordatlantik könnte man sie auch erleben. Ich bin 1991 mal nach Mexiko geflogen, um dort eine totale Sonnenfinsternis zu erleben. Es hat sich gelohnt. Sie war mit sechs Minuten besonders lang.

Und wo werden Sie heute früh sein, wenn der Mond die Sonne verdeckt?

Im Schleswiger Tierheim. Dort werde ich mit meiner Frau Ragna die wunderbare Hündin Cindy abholen, mit ihr spazieren gehen und sie beruhigen, wenn sie sich vor der unerwarteten Dunkelheit ängstigt. Das ist ja ein bekanntes Phänomen bei Tieren, wenn eine Sonnenfinsternis eintritt.

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erstellt am 20.Mär.2015 | 07:30 Uhr

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