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Neue Entwicklung : Auf einen Kaffee im Stadtteil-Treff

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Anlaufpunkt für Anwohner jetzt auch am Haithaburing in Schleswig-Süd.

Herrlich, meint Brigitte Linkert und schaut sich um: „Wie nett man hier sitzen und Kaffee trinken kann, und – oh! – auch so schöne Kuchen am Tresen.“ Von ihren Fitness-Kumpaninnen Gudrun Pahl und Ingrid Naeve, die beide in Schleswig-Süd zu Hause sind, ist sie gerade in diesen Bäcker/Kiosk/Café-Treff hineingelotst worden. Er versteckt sich am Haithaburing 2 und nennt sich schlicht „Bäcker - Kiosk - Am Kreisel“. Und am Kreisel, gewissermaßen am südlichsten Zipfel des Friedrichsbergs, befindet sich der Laden auch. Dort, wo zuvor ein Malergeschäft und davor die „Gewoba-Klause“ war. Inhaberin Anke Clausen hat den Raum zusammen mit ihrem Mann Kay selbst renoviert und modern, aber gemütlich hergerichtet. Eröffnung war Anfang Februar. Die originelle Werbeschriftzug über dem Eingang zum Laden ist von den Schleswiger Werkstätten konzipiert und angefertigt worden. Und wer im Kreisel am Haithaburing unterwegs ist, dem fällt der ins Auge.

Die Bäcker-Kiosk-Kombi ist Anke Clausens Geschäftsidee – und die mausert sich schon jetzt zum Anlaufpunkt für viele Stadtteil-Bewohner. Als echter Quartiers-Treff eben. „Morgens kommen gern Handwerker zum Frühstück zu mir, später ältere Stadtteilbewohner zum gemeinsamen Kaffeetrinken und mittags oftmals Schüler direkt von der Bushaltestelle nebenan, um ein Brötchen zu essen.“ Sie ist zufrieden mit den ersten Wochen seit der Eröffnung ihres Ladens, der neben den angelieferten Backwaren von Bäcker Meggers nicht nur Süßes und Saures als Angebot bereithält, sondern auch typische Kiosk-Dinge wie Snacks oder sogar Toilettenpapier, für den Notfall zu Hause.

„Wir freuen uns sehr über den Treffpunkt in der Nähe“, erzählt Gudrun Pahl, „denn für uns ist der nächste Supermarkt ein ganzes Stück weg in der Friedrichstraße.“ Fitness-Freundin Brigitte Linkert vom Husumer Baum nickt. Ja, es sei toll, sich hier zu Kaffee und Kuchen treffen zu können.

Der Stadtteil-Süd braucht Privat-Initiativen wie die von Anke Clausen, um lebenswertes Wohnen in dieses Viertel zurückzuholen. Sehr angetan von dem Treff zeigt man sich deshalb auch im Rathaus, das seit 2013 regelmäßig das sogenannte „Forum Schleswig Süd“ veranstaltet, um gemeinsam mit Verwaltung und Politik sowie den Akteuren aus sozialen, gesellschaftlichen und kirchlichen Bereichen im Friedrichsberg Ideen für die Belebung dieses Stadtteils zu entwickeln und umzusetzen. Dabei hatte man auch bereits den Gedanken verfolgt, eine Art Markttreff einzurichten.

Dass dieser nun von privater Seite entstanden sei, begrüße man umso mehr, erklärt Julia Pfannkuch, Fachbereichsleiterin im Rathaus. „Solche Initiativen müssen unbedingt positiv begleitet werden, weil sie eine Bereicherung für den Stadtteil und den Bewohner dort darstellen“, betont sie.

Dass es Bedarf für den kleinen „Treffpunkt nebenan“ in Schleswigs Stadtquartieren gibt, zeigt sich auch in St. Jürgen, wo die Inhaber Frauke Lorenzen und Reinhard Wilhelm Lemke am Brautsee 24 ein Bistro mit Kiosk betreiben. Dann ebenfalls an der Breslauer Straße 13, wo es im „Anekdötchen“ heißt: „Bei uns können Sie frühstücken, Kaffeetrinken oder einfach nur plaudern.“ Und das Plaudern wird bei diesen Quartier-Cafés groß geschrieben. Sie bieten Anwohnern jeden Alters einen Ausweg aus der Anonymität. Das erlebt auch Karsten Naeve jeden Tag mit. Er hat am Jahresanfang das „Café Zeitlos“ am Rathausmarkt eröffnet. „Es läuft gut“, sagt er auf SN-Nachfrage. Neben den Bäckerei-Leckereien, die er sich von Jaich liefern lässt, können die Anwohner bei ihm auch frische Eier aus der Region sowie Milch und Butter bekommen. „Gerade Ältere aus der Altstadt nehmen diese Angebote gern an“, erklärt er. Wie Anke Clausen öffnet er auch bereits morgens um 6.30 Uhr, um Schüler und Handwerker mit belegten Brötchen zu versorgen. Und durchgehend bis 18 Uhr läuft der Betrieb dann weiter, am Wochenende bis mittags.

Inzwischen haben es sich immer mehr Stadtteil-Bewohner zur Angewohnheit gemacht, nachmittags vorbeizukommen. Zum Kaffeetrinken und zum Plaudern.

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erstellt am 17.Mai.2017 | 07:00 Uhr

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