B76 in Schleswig : Auf einem Kilometer einspurig

Seit Monaten sperren Warnbaken die inneren Fahrbahnen auf der Brücke ab.
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Seit Monaten sperren Warnbaken die inneren Fahrbahnen auf der Brücke ab.

Der Verkehr auf der B76 soll künftig von der Hasselholmer Brücke bis zum Oberlandesgericht nur auf jeweils einer Fahrbahn fließen.

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20. Mai 2016, 11:09 Uhr

Das Provisorium ist längst zur Dauereinrichtung geworden. Bereits seit Mitte 2015 stehen auf der Bundesstraßen-Brücke am Oberlandesgericht Warnbaken und versperren in beide Fahrtrichtungen die jeweils innere Spur. Der Grund dafür ist der schlechte Zustand der Ende der 1960er Jahre gebauten Konstruktion, die durch die einspurige Verkehrsführung entlastet werden soll. Das soll auch in Zukunft so bleiben, erklärte Karl-Heinz Roos vom Landesbetrieb Straßenbau bereits im vergangenen Dezember. Inzwischen haben sich diese Pläne konkretisiert – und sogar ausgeweitet. Ab September wird die B76 auf gut einem Kilometer dauerhaft nur noch einspurig befahrbar sein: von der OLG-Brücke bis hinter die Hasselholmer Brücke, die oberhalb des Hotels Waldschlösschen verläuft.

Letztgenannte ist bereits im Herbst 2014 ebenfalls so hergerichtet worden, dass sie nur noch auf jeweils einer Fahrspur genutzt werden kann. Auch hier soll dadurch die Lebensdauer des maroden Bauwerkes um mindestens zehn Jahre verlängert werden. Wer aus Norden kommt, kann nun künftig, so erklärt Roos auf neuerliche Anfrage der SN, zunächst von der Hasselholmer Brücke aus bis zur Gottorf- und OLG-Brücke, die baulich zusammengehören, nur die linke Fahrspur nutzen. Ab der Einfahrt nach Schleswig wird man dann auf die rechte Spur umgeleitet. Die Fahrbahn dazwischen wird auf der rechten Seite nicht durch Leitplanken abgesperrt, aber durch einen dicken durchgehenden weißen Strich optisch abgetrennt. „Sie dient dann also weiterhin als Standstreifen“, erklärt Roos. Aus Richtung Süden betrachtet werde die Verkehrsführung entsprechend andersherum geregelt.

<p>Karl-Heinz Roos,.Leiter des Landesbetriebs Straßenbau, auf der Hasselholmer Brücke.</p>
Müller

Karl-Heinz Roos,.Leiter des Landesbetriebs Straßenbau, auf der Hasselholmer Brücke.

 

Anfang September, direkt nach den Sommerferien, könnten die Arbeiten für die dauerhafte Einrichtung beginnen. „Das geht erst dann, weil die B76 die Umleitungsstrecke für die A7 ist, falls zwischen Jagel und Schuby Stau sein sollte. In der Sommerreisezeit werden solche Arbeiten deshalb nicht gemacht“, sagt Roos. Danach aber würden die rot-weißen Warnbaken auf der OLG-Brücke durch feste Leitplanken ersetzt und die Malarbeiten beginnen. Auf dem gesamten Stück soll später die Geschwindigkeit auf 80 km/h begrenzt werden.

Wie lange die Schleswiger Brücken im Zuge der B  76, die in den vergangenen Jahren immer wieder ausgebessert wurden, überhaupt noch halten, weiß indes niemand. Auch Karl-Heinz Roos möchte dazu keine konkrete Prognose abgeben. Nur so viel: „Jahrzehnte werden es nicht mehr sein.“ Deshalb mache man sich beim Landesbetrieb Straßenbau längst intensiv Gedanken darüber, wie diese Problemfälle gelöst werden könnten. Dabei steht auch noch immer die Idee im Raum, dass die OLG-Brücke komplett abgerissen und dann die Fahrbahn der B76 nach unten in die Stadt abgesenkt wird. Dort wiederum könnte ein Kreisverkehr gebaut werden. „Irgendwann in naher Zukunft müssen wir eine Lösung finden. Da will ich momentan nichts ausschließen“, sagt Roos, der gleichwohl weiß, dass ihm – so oder so – eine Mammutaufgabe bevorsteht.

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