Domschule : Auf die Bühne, fertig, los

Zwei Monate probten die Sechstklässler für den 'Theseus und Minotaurus'. Foto: tlu
Zwei Monate probten die Sechstklässler für den "Theseus und Minotaurus". Foto: tlu

Domschüler geben morgen verschiedene Vorstellungen / Kooperation mit Landestheater wird fortgeführt

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07. Februar 2013, 03:59 Uhr

Schleswig | "Die erste Gruppe kann jetzt aufbauen", ruft Karlheinz Einsle, Leiter der Theater AG, durch die Aula der Domschule. Sofort laufen die Schüler der Klasse 6g nach vorne und tragen einige weiße Klötze auf die Bühne. Es ist die Generalprobe für den ersten Bühnenschulabend in diesem Jahr, der morgen ab 18 Uhr in der Aula stattfindet. Die Domschule trägt seit zwei Jahren den Titel "Bühnenschule", denn sie kooperiert seitdem mit dem Landestheater. "Die gute Zusammenarbeit wird auch in Zukunft fortgesetzt", betont Theaterpädagogin Janina Wolf. Der neue Vertrag würde jeweils am Anfang oder Ende einer Spielzeit verlängert.

Für die sechs teilnehmenden Klassen war es gestern die letzte Möglichkeit, vor dem großen Auftritt noch einmal alles zu geben. In den Zuschauerreihen tummeln sich die Gruppen, die nicht dran sind. Sie alle sollen nach jeder Aufführung ein Feedback geben, damit morgen alles gut läuft. Schon nach dem ersten Stück, "Theseus und Minotaurus" der 6g, wird deutlich, dass die Schüler den Abgang von der Bühne üben müssen. "Ihr sollt nicht sofort nach unten rennen", weist Einsle die Kleinen zurecht. "Stellt euch in einer Reihe auf, verbeugt euch und genießt euren Applaus." Gesagt, getan.

Ziel des Projekts, das es bereits seit einigen Jahren gibt, ist es, "den Schülern Medien- und Selbstkompetenz zu vermitteln, so wie es in den Lehrplänen vorgesehen ist", erklärt Musik- und Englischlehrerin Sonja Schröder, die sich erfolgreich um die Chorarbeit kümmert. "Wir möchten ihnen dafür eine Bühne bieten." Bis zu drei Mal sollen die Jugendlichen während ihrer Schulzeit an der Show teilnehmen. Im Rahmen der morgigen Veranstaltung werden sie neben Theaterstücken auch Geräusch-Performances und Tanzshows zum Besten geben.

In ein bis zwei Monaten werden die Projekte mit den Fachlehrern im Unterricht vorbereitet, zu Hause lernen die Schüler dann ihre Texte auswendig. Fünf bis 20 Minuten dauert eine Vorstellung. Die Klasse 6c hatte bei ihrem "Canterbury Ghost" sogar professionelle Unterstützung von der Schleswiger Schauspielerin Brigitte Lehner.

Und wie finden die jungen Schauspieler den Bühnenschultag? "Gut", fasst der zwölfjährige Jakob Laubenstein seinen Eindruck in einem Wort zusammen. Er und seine Mitschüler Tobias Nowak und Lasse Stief spielen in "Theseus und Minotaurus" drei klagende Kinder, die das Wesen aus menschlichem Körper mit Stierkopf fressen soll. Doch so ganz zufrieden ist Nowak mit seiner Rolle nicht. "Sie ist etwas langweilig, denn wir stehen nur da und singen", erzählt er. Seine beiden Klassenkameraden sehen das jedoch anders. Sie freuen sich darüber, auf der Bühne stehen zu dürfen - in römischen Tuniken. Da das Stück in deutscher und lateinischer Sprache gespielt wird, helfen kleine Übersetzer den Zuschauern auf die Sprünge.

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