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Südangeln : Auf der Suche nach Wohnungen für Flüchtlinge

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Das Amt Südangeln muss in diesem Jahr 32 Menschen unterbringen. Mit Wohnraum allein ist es jedoch nicht getan.

Eigentlich sollte die Einladung des Amtes Südangeln zur Kaffeestunde ein „Dankeschön“ sein. Doch die ehrenamtlichen Helfer, die Asylbewerbern und Flüchtlingen in den Gemeinden des Amtes das Einleben erleichtern, machten daraus schnell einen Erfahrungsaustausch. „Wir wissen, dass wir in Zukunft mit erheblich mehr Asylbewerbern zu rechnen haben“, sagte Amtsvorsteher Edgar Petersen. Das mache ihre Aufgabe nicht einfacher. „Unsere Pflicht als Amt besteht ausschließlich in der Wohnraumbeschaffung“, erklärte Lydia Eberhardt vom Ordnungsamt. Doch das reiche nicht.

Angemeldet seien für das Amt Südangeln in diesem Jahr 32 Personen von denen bisher 19 aufgenommen wurden, sagte sie. Für weitere 17 seien Wohnungen in Böklund, Tolk und Twedt ab 15. Februar angemietet. Doch ohne ehrenamtliche Hilfe hätten die Neuankömmlinge kaum eine Chance. In Brodersby, Twedt und Struxdorf, wo bereits ausländische Familien untergebracht sind, haben sich bisher Kirchengemeinde und DRK bei der Unterstützung hervorgetan. Andreas Kracht hatte als Vertreter der Kirchengemeinde Thumby-Struxdorf sogar eine Checkliste mitgebracht, wie man eine übermüdete Familie in Empfang nimmt, die hungrig und fast ohne Geld in einer Gemeinde ankommt, in der es keine Einkaufsmöglichkeiten gibt. Auch sei es wichtig, die Nachbarn zu informieren. „Hilfe kam dann fast von allein“, hatte er festgestellt. Bereits am dritten Tag sei die Familie vollständig ausgerüstet gewesen.

Für die erste Zeit müsse ein Begleiter da sein, der den Neuankömmlingen das Sozialzentrum, die Sparkasse, den Busbahnhof, den Supermarkt und den Arzt zeige. Auch müsse ihnen über solche Hürden wie Schulanmeldung und Mülltrennung hinweg geholfen werden, so schreibt er.

Pastorin Dörte Boysen aus Brodersby schlug vor, eine Liste der Asylbewerber und Flüchtlinge anzulegen, die schon länger in der Region leben, um sie mit Menschen aus dem gleichen Land zusammenzubringen. Übereinstimmend waren die Teilnehmer des Treffens der Meinung, dieses zu wiederholen und auch auf andere Ämter auszuweiten. Dazu sollten auch Vertreter der Ausländerbehörde und der Sozialzentren des Kreises eingeladen werden. Amtsdirektor Heiko Albert dankte den Teilnehmern und rief dazu auf, auch andere zu ermutigen, sich an diesen Hilfen zu beteiligen: „Es macht Spaß, weil es etwas bewirkt!“

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erstellt am 07.Feb.2014 | 07:45 Uhr

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