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Schleswiger Nachrichten

24. September 2017 | 09:03 Uhr

Schleswig : Auf der Suche nach Ideen

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Bürgermeister reagiert auf Kritik am Konzept für die Kulturkonferenz am kommenden Montag.

von
erstellt am 21.Jun.2015 | 07:41 Uhr

Gemeinsam mit zwei seiner leitenden Mitarbeiter lud Bürgermeister Arthur Christiansen gestern Mittag kurzfristig zu einer Pressekonferenz in sein Dienstzimmer ein. Es ging um die Kulturkonferenz, die am kommenden Montag um 18 Uhr in der Ausstellungshalle des Stadtmuseums stattfinden soll. Christiansen, seine Fachbereichsleiterin Julia Pfannkuch und Stadtmuseums-Direktor Holger Rüdel verteidigten ihr Vorhaben gegen Kritik, die Kulturschaffende aus der Stadt in den vergangenen Tagen an dem Konzept geübt hatten.

Carsten Arndt, der Vorsitzende des Schleswiger Musikclubs, hatte unter anderem die Zusammensetzung des Podiums auf der Diskussionsveranstaltung bemängelt. Er selbst war zwar auch als Podiumsgast geladen, hatte aber aus beruflichen Gründen kurzfristig abgesagt und dies mit einer Generalabrechnung mit der städtischen Kulturpolitik verbunden. Er bezeichnete die Konferenz unter anderem als „öffentlichen Schnack ohne wirkliche Möglichkeit auf Entwicklung“.

Um genau solche Entwicklungsmöglichkeiten solle es aber sehr wohl gehen, betonte Christiansen nun. „Wir wollen gemeinsam mit den Kultur-Akteuren einen Modus finden, in dem ihre Belange ernst genommen werden.“ Er verglich das Verhältnis zwischen Stadtverwaltung und Kulturschaffenden mit dem zwischen der Stadt und den Umlandgemeinden, das in den vergangenen Jahren als angespannt galt.

Pfannkuch betonte gleichwohl, dass dies nicht bedeute, dass die Zusammenarbeit zwischen Verwaltung und Kulturschaffenden bisher schlecht gewesen sei. Atmosphärische Störungen habe sie nicht wahrgenommen. „Auch etwas Gutes kann man immer weiter verbessern“, sagte sie. Rüdel kündigte an, ein „Strukturmodell“ für die künftige Kulturarbeit vorzustellen.

Auf dem Podium sitzen sollen am Montag neben Christiansen, Pfannkuch und Rüdel auch Landesmuseums-Chef Claus von Carnap-Bornheim, Wulf Schady von der Schleswiger Zukunftswerkstatt und als auswärtige Ideengeberin frühere Leiterin des Kulturamtes von Berlin-Neukölln, Dorothea Kolland. Man sei in Gesprächen, um für Carsten Arndt einen Ersatz aus der Schleswiger Kulturszene zu finden, sagte der Bürgermeister. Er selbst denkt nun darüber nach, sich nicht wie geplant auf das Podium zu setzen, sondern die Debatte aus dem Publikum heraus zu verfolgen. „Ich möchte zuhören.“

Er stellt sich darauf ein, dass es dabei auch um die Frage geht, wie und in welchem Maße die Stadt privat organisierte Kulturveranstaltungen finanziell unterstützt. Vereine bemängeln immer wieder den bürokratischen Aufwand, den sie betreiben müssen, um Zuschüsse von der Stadt zu bekommen. Anträge müssen spätestens im September des Vorjahres vorliegen. Insbesondere für kleinere Veranstalter wird dies immer wieder zum Problem. „Vielleicht können wir eine Idee entwickeln, wie sich dieses Verfahren ändern lässt“, sagte Christiansen. Er hält es auch für vorstellbar, dass die Stadt künftig wieder größere Events wie die Swinging City finanziell unterstützt. Diese Förderung hatte die Ratsversammlung vor acht Jahren gestrichen.

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