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Unewatt : Auf der Suche nach dem Museum der Zukunft

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Das Landschaftsmuseum Unewatt stand im Mittelpunkt eines deutsch-schweizerischen Forschungsprojektes

shz.de von
erstellt am 03.Okt.2013 | 07:00 Uhr

Das Forschungsprojekt heißt „Neue Heimatmuseen als Institutionen der Wissensproduktion“ und wird von der VW-Stiftung finanziert. Zu den fünf für dieses Vorhaben ausgewählten Häusern zählt auch das Landschaftsmuseum Angeln in Unewatt. Genau dort kamen jetzt Projektleitung und wissenschaftlicher Beirat zu einer Tagung zusammen. Grund dafür war das besondere Konzept, das Unewatt auszeichnet. Es ist, im Unterschied zu einem Freilichtmuseum, das einzige Museum, das in ein bewohntes Dorf eingebunden ist. Dieses Alleinstellungsmerkmal wollten die Gäste von der Universität Oldenburg, den vier weiteren beteiligten Museen aus Niedersachsen, Thüringen und der Schweiz sowie von wissenschaftlichen Institutionen vor Ort genauer kennenlernen.

Nach einer Führung durch das Dorf und alle Museumsinseln hoben Bürgermeister Peter-Dietrich Henningsen und der frühere Direktor der Kreiskulturstiftung, Dr. Henning Bachmann, bei einer Gesprächsrunde hervor, dass es äußerst wichtig gewesen sei, vor mehr als 20 Jahren schon in der Planungsphase die Unewatter Bewohner einzubinden. Ohne deren aktive Mitarbeit wäre dieses Museumskonzept zum Scheitern verurteilt gewesen.

Die Projektleiterin und Oldenburger Professorin Dr. Karen Ellwanger informierte zusammen mit einigen Kollegen die Mitglieder des Fördervereins und die kulturpolitischen Sprecher aller Kreistagsfraktionen über die Rolle Unewatts in dem Forschungsvorhaben. Die Besonderheiten des Landschaftsmuseums eröffnen nach ihren Worten „einen neuen Blick auf die Definitionsweisen von Heimat und Heimatzugehörigkeit sowie auf die Funktion als außerschulischer Lernort“. Allgemein beklagte sie, „dass zu viel Event-Orientierung dazu führt, die Forschung zum kulturellen Erbe zu vernachlässigen“.

Andere Teilnehmer gingen auf Aspekte des musealen Qualitätsmanagements, der Ökologie, der Museumspädagogik und der Zukunftssicherung ein. Wichtig sei es, so Dr. Thomas Antonietti vom Lötschentalmuseum im Schweizer Kanton Wallis, „sich nicht auf Klischees reduzieren zu lassen“. Sie dürften allerdings auch nicht ausgeblendet werden.

Bei dem Gespräch in der Gemäldegalerie der Christesenscheune sprach ein Teilnehmer ein für Unewatt zentrales Thema deutlich an: die Kälte. Im gesamten Museum gibt es keinen beheizbaren Ausstellungsraum. Prof. Ellwanger plädierte nachdrücklich für den Erwerb des Christesenhofes samt Wohnhaus. Hier biete sich dringend benötigtes Erweiterungspotenzial an. Insbesondere der Ausbau der Vermittlungsarbeit sei wichtig, wenn man eine neue Generation von Museumsbesuchern gewinnen wolle.

Die organisatorische Vorbereitung der Tagung lag in den Händen von Museumsmitarbeiterin Karen Precht. Sie holte auch elf Teilnehmer, die mit dem Zug anreisten, von den Bahnhöfen in Sörup und Flensburg ab. Immer noch ist sie „begeistert“ davon, dass die Deutsche Bahn dabei kein einziges Mal pünktlich war. Der Spitzenwert lag bei zwei Stunden Verspätung – bei einem Start in Bremen.

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