Auf der Norla ist kein Platz mehr frei

„Wenn ich erstmal groß bin...“ – mit großem Interesse betrachtet dieser Junge auf der Norla 2015 den Motor eines John-Deere-Traktors. Für fast alle bedeutenden Hersteller landwirtschaftlicher Maschinen gehört die Teilnahme an der Messe zum Pflichtprogramm.
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„Wenn ich erstmal groß bin...“ – mit großem Interesse betrachtet dieser Junge auf der Norla 2015 den Motor eines John-Deere-Traktors. Für fast alle bedeutenden Hersteller landwirtschaftlicher Maschinen gehört die Teilnahme an der Messe zum Pflichtprogramm.

Die größte landwirtschaftliche Messe Norddeutschlands beginnt am 30. August / Das Areal in Rendsburg ist ausgebucht

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19. Juni 2018, 19:10 Uhr

72 Tage vor ihrer Eröffnung ist die Norla bis zum letzten Quadratmeter ausgebucht. 560 Aussteller sind bei Norddeutschlands größter Landwirtschaftsmesse dabei. Dies teilte Messeleiterin Dörte Röhling auf Anfrage mit. Die viertägige Schau beginnt am Donnerstag, 30. August. Gestern hat der Aufbau der Zelthallen begonnen.

Landwirtschaftliche Technik ist der diesjährige Schwerpunkt. Das hat allerdings zur Folge, dass Röhling auf dem 13 Hektar großen Areal fast 30 Aussteller weniger als im Vorjahr unterbringen kann. Denn die Hersteller großer Maschinen benötigen mehr Präsentationsfläche als die Produzenten von Futtermitteln oder Gehegen, zumal das Produktportfolio durch High-Tech komplexer und vielfältiger geworden ist. Um die Bauern von den Vorteilen moderner Computersteuerungen zu überzeugen, werden die Hersteller auf der Messe alles auffahren, was den Betrieben die Arbeit erleichtert, sie wirtschaftlicher macht und die Umwelt schont.

Klaus-Peter Lucht, Landwirt aus Mörel und Vizepräsident des Landesbauernverbandes, ist bereits überzeugt. „Der technische Fortschritt in der Landwirtschaft ist gigantisch“, sagt er. Die Norla gewinnt dadurch bei Lucht und seinen Kollegen enorm an Bedeutung. Ein Pflichttermin für alle, die wissen wollen, an welchen Entwicklungen man nicht vorbei kommt.

Dazu zählt die Robotertechnik, die auf der Norla eine immer größere Rolle spielt. Der vollautomatische Kuhstall ist längst kein Wunschtraum mehr. Ein Melkhaus mit optimal konzipierten Laufwegen und drei Melk-Robotern kostet etwa eine halbe Million Euro. Bis zu 250 Tiere ließen sich damit versorgen. Die Alternative wäre, täglich drei Mitarbeiter fürs Melken abzustellen, an sieben Tagen die Woche. Lucht geht davon aus, dass sich die neue Technik zügig amortisieren dürfte.

Aber auch der Ackerbau kann durch Digitalisierung gewinnen. Die neuen Fahrzeuge und Maschinen fahren GPS-gesteuert und vollautomatisch übers Feld, gleichzeitig ermitteln Sensoren, wie die Fläche gezielt gedüngt werden muss oder welche Dosis an Pflanzenschutzmitteln erforderlich ist. Überdosierungen sollen damit verhindert werden. Das schont die Umwelt und spart gleichzeitig Geld.

Doch ohne traditionelle Technik geht es nicht. Auch darauf legt die Norla Wert, wie Messeleiterin Dörte Röhling betont. Ein Blühfeld wurde angelegt, um Insekten und insbesondere Bienen anzulocken. Sie sind wichtig für die Landwirtschaft. Viele Bauern, so Röhling, hätten Blühstreifen angelegt: „Es wird ja immer kritisiert, dass in der modernen Landwirtschaft kein Platz für Insekten sei, aber das Gegenteil ist der Fall.“

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