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Team Vivendi bricht seine Zelte ab : Auf der Freiheit tut sich was

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Eine Bauträgergesellschaft aus Henstedt-Ulzburg hat das brachliegende Gelände „Alter Fabrikhof“ gekauft – und Hanno Lüttmer will bald mit seinem Ärztehaus loslegen.

Seit Jahren klafft eine große Lücke zwischen den „Strandhäusern“ im westlichen Teil der Freiheit. Man könnte auch sagen: eine große Wunde. Sämtliche Versuche, die Brachfläche, wo einst der „Alte Fabrikhof“ stand, zu entwickeln, waren bisher gescheitert. Es fand sich kein Investor. Doch mittlerweile hat die Projektgesellschaft Team Vivendi endlich einen Abnehmer gefunden: Die Firma Manke-Bau aus Henstedt-Ulzburg hat das 9075 Quadratmeter große Grundstück vor wenigen Wochen gekauft. Er freue sich, „dass dieses Filetstück des Stadtteils am Ufer der Schlei“ nun von der familiengeführten Bauträgergesellschaft entwickelt werde, teilte Team-Vivendi-Geschäftsführer Volker Schlüschen auf SN-Anfrage mit. Über den Kaufpreis machten beide Seiten keine Angaben.

Christian Manke, Geschäftsführer der gleichnamigen Bauträgergesellschaft, spricht von einer „einzigartigen Lage“ des Grundstücks. „Wir wollen dazu beitragen, dass das Quartier noch schöner wird.“ Manke nimmt dabei Abstand von Team Vivendis ursprünglichen Plänen für das Fabrikhof-Ensemble. „Das entspricht nicht unseren Vorstellungen“, sagt er. Das U-förmig angedachte Hauptgebäude sei ihm zu massiv. „Wir werden das luftiger und lockerer gestalten“, so Manke. Wie genau die vier vorgesehenen Baukörper aussehen werden, könne er allerdings noch nicht sagen. Seine Architekten hätten erst in dieser Woche mit den Planungen angefangen. Der vorhandene Bebauungsplan sieht für die Gebäude überwiegend drei Geschosse mit Staffelgeschoss vor.

Entstehen solle ein Mix aus Eigentums- und Mietwohnungen, erklärt Manke. Als Baubeginn avisiert er das Frühjahr 2018. Zwei Jahre später könnten die ersten Bewohner auf ihrem Balkon sitzen und die Aussicht auf die Schlei genießen.

Die Firma Manke mit heute rund 50 Mitarbeitern ist seit 57 Jahren am Markt – hauptsächlich in der Hamburger Metropolregion sowie an der Ostseeküste. Auf die Schleswiger Freiheit habe er aber schon 2009 ein Auge geworfen, berichtet Christian Manke. „Damals wollte ich Herrn Schlüschen schon Grundstücke abkaufen. Wir sind aber nicht zueinander gekommen.“ Er habe die Entwicklung des neuen Stadtteils seither aber stets weiter beobachtet, bis es nun schließlich doch zu einem Vertragsabschluss gekommen ist.

Bewegung ist auch in ein anderes Projekt auf der Freiheit gekommen. Der Schleswiger Investor Hanno Lüttmer ist zuversichtlich, schon in wenigen Monaten mit dem geplanten Umbau des „Fliegers“ zu einem Ärztehaus beginnen zu können. „Wir haben endlich alle Hürden genommen. Es besteht kein Denkmalschutz mehr für das Gebäude. Wir können jetzt frei schalten und walten.“ So habe die Denkmalschutzbehörde nach fast ein Jahr dauernden Verhandlungen eingewilligt, dass die kleinen Fenster im Obergeschoss durch größere ersetzt werden dürfen, damit mehr Licht ins Innere gelangt. „Unser Ziel bleibt es aber, den Charakter des Hauses zu erhalten“, betont Lüttmer, der das Gebäude im Frühjahr 2015 gekauft hatte. Der in den 1930er Jahren gebaute „Flieger“ verdankt seinen Namen dem einem Flugzeug nachempfundenen Grundriss – früher war ein Seefliegerhorst an der Schlei stationiert. In Kürze will Lüttmer für sein Ärztehaus erste Namen nennen. Etwa 70 Prozent der Fläche habe er bereits vermietet.

Passieren könnte bald auch etwas im östlichen Teil des Konversionsgeländes. Dort – östlich und nördlich des „Heimat“-Gebäudes – wollen Stadt und Stadtwerke eine zwölf Hektar große Fläche kaufen, um vorwiegend Baugrundstücke zu erschließen. „Ich habe die Verhandlungen mit Herrn Rupp finalisiert, jetzt ist die Stadtverwaltung am Zug“, sagt Stadtwerke-Chef Wolfgang Schoofs. Thorsten Rupp ist Generalbevollmächtigter von Team Vivendi. Am 23. Februar werde sich der Aufsichtsrat der Stadtwerke mit dem geplanten Grundstücksgeschäft befassen, so Schoofs.

Team Vivendi hat derweil seine Büros im sogennanten Regattagebäude auf der Freiheit geräumt. „Team Vivendi gibt es noch, aber nicht mehr materiell mit einem Büro hier in Schleswig“, erklärt Unternehmenssprecher Michael Radtke auf SN-Nachfrage. „Mehr wollen wir dazu nicht sagen.“ Das bisherige Verwaltungsgebäude gehört dem Schleswiger Steuerberater Christoph Weitkamp.

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erstellt am 10.Feb.2017 | 06:32 Uhr

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