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Schleswig : Auf dem Weg zur gemeinsamen Identität

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Der neu zusammengestellte Gemeinderat der evangelischen Kirche hat nach der Fusion seine Arbeit aufgenommen.

von
erstellt am 17.Okt.2015 | 16:15 Uhr

Die Feierstimmung ist vorbei, die Wunden geleckt: Jetzt heißt es bei der neuen evangelischen Kirchengemeinde Schleswig die Ärmel hochkrempeln, um fit zu sein für die Zukunft. Eine Aufgabe, die in erster Linie auf den neuen Kirchengemeinderat (KGR) zukommt. Dieser hat sich, nachdem zum 1. Oktober die drei bis dahin eigenständigen Kirchengemeinden in Schleswig (Domgemeinde, Friedrichsberg und St. Michaelis) fusioniert hatten, jetzt konstituiert.

31 Frauen und Männer, darunter alle sieben Pastoren, gehören dem Gremium nun an. Damit sind alle aktiven Mitglieder der ehemals drei Räte weiterhin im Amt geblieben. Zum Vorsitzenden wurde Pastor Michael Dübbers gewählt, seine Stellvertreterin ist Katja Wriedt, die zuvor mehr als zehn Jahre im Kirchenvorstand von St. Michaelis aktiv war. „Die Wahl ist eine große Ehre für uns. Wir freuen uns auf die neuen Aufgaben“, sagt Dübbers, der rückblickend auf die Diskussionen rund um die Fusionspläne von „dynamischen und bewegten Zeiten“ spricht. Umso wichtiger sei es, nun die auseinandergeglittenen Fäden wieder zusammenzubringen – „für eine gemeinsame und fruchtbare Zukunft“.

Eines der Hauptziele sei es deshalb, die Kritiker der Fusion wieder mit ins Boot zu holen. Insbesondere innerhalb der Domgemeinde hatte es großen Widerstand gegen die Fusion gegeben. Unter anderem hatte sich die „AG Zukunft Domgemeinde Schleswig“ gebildet, deren Mitglieder einen Identitäts- und Traditionsverlust befürchteten. „Sie haben dabei ein Konzept entwickelt mit vielen guten Ideen. Das würden wir gerne aufgreifen“, sagt Dübbers, der sich deshalb viel von einer für Anfang Februar geplanten Zukunftswerkstatt verspricht. „Da wollen wir die ersten richtigen Wegmarken setzen. Dass dabei möglichst viele Ideengeber mit am Tisch sitzen, ist uns ein großes Anliegen.“ Das gilt auch für den „Beibehalt der Vielfalt“, wie Katja Wriedt anfügt. So wolle man sämtliche Angebote, die es in den drei Kirchengemeinden bislang schon gegeben habe, fortführen – und auf Sicht auch noch neue hinzufügen. „Das ist insgesamt ein großer Schatz, den wir weiter hüten müssen“, meinte sie. Auch die Mitarbeiter wolle und werde man allesamt weiter beschäftigen. Kündigungen als Einsparmaßnahme werde es nicht geben.

Anders sieht es da schon bei den Gebäuden aus, die der Kirche gehören. Dass man sich von der ein oder anderen Immobilie trennen wird, ist bereits seit Monaten im Gespräch. Welche Gebäude das aber letztendlich betrifft – und welche man eher renoviert – erarbeitet eine Gebäude-AG, die möglichst bis Mitte kommenden Jahres ihr Konzept vorlegen soll, so Dübbers. Dann wiederum werde der Kirchengemeinderat bei einer Klausurtagung darüber entscheiden. Ähnlich werde man bei der Haushaltskonsolidierung vorgehen.

Ein weiteres wichtiges Thema, mit dem sich das Gremium in den kommenden Monaten beschäftigen wird, ist die anstehende Kirchenwahl am Ersten Advent 2016, die turnusmäßig alle sechs Jahre ansteht. Daraus wird ein neuer KGR hervorgehen, der dann – so wünscht es sich zumindest der aktuelle Vorstand – nur noch 24 Mitglieder haben wird. „Bis dahin haben wir einen identitätsbildenden Prozess vor uns, bei dem wir nach und nach die Kernprofile der neuen Kirchengemeinde herausarbeiten wollen. Wir wissen, dass es noch einige unterschiedliche Ansichten gibt, sind aber guter Hoffnung, dass wir die Kräfte gebündelt bekommen“, fasst Dübbers zusammen.

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