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Schleswiger Nachrichten

17. Oktober 2017 | 22:53 Uhr

Auf dem Weg zum Billiglohnland

vom

Mai-Kundgebung der Gewerkschaft Verdi auf dem Theaterparkplatz

shz.de von
erstellt am 02.Mai.2013 | 03:59 Uhr

Schleswig | Die Gewerkschaft Verdi sieht den Norden Deutschlands auf dem Weg zum Billiglohnland. Allein im Kreis Schleswig-Flensburg seien bereits 6370 Arbeitnehmer auf bis zu drei Jobs angewiesen, um finanziell über die Runden zu kommen, sagte Bezirksgeschäftsführerin Ute Dirks gestern auf der Mai-Kundgebung hinter dem Stadttheater. Sie erneuerte Verdis Forderung nach einem Mindestlohn.

Alt-Bürgermeister Klaus Nielsky, früher Vorsitzender der ÖTV, untermauerte Ute Dirks Worte mit einem Beispiel. Dass sich so viele dänische Firmen für eine Ansiedlung im künftigen interkommunalen Gewerbegebiet Schleswig-Schuby interessierten, halte er zwar für gut, nicht aber die Gründe, die die Firmen zu einem Umzug von Dänemark nach Deutschland veranlassten: "Die kommen her, weil bei uns die Löhne so niedrig sind."

Nielsky lobte Verdis Bemühungen, sich für gerechte Löhne und gute Arbeitsbedingungen bei Helios einzusetzen. Dazu äußerte sich auch Ute Dirks. Man habe Helios jetzt aufgefordert, in Bezug auf die Fachpflege in der Schubystraße und am Mühlenredder in Tarifverhandlungen einzutreten. Im Hinblick auf das Heliosziel, in fünf Jahren 15 Prozent Rendite zu erwirtschaften, sagte sie an die Adresse der Verantwortlichen gerichtet: "Wenn ein Unternehmen von der Gesellschaft profitiert, hat man auch eine Verantwortung für die Beschäftigten, die Patienten und die Region. Man kann nicht nur Gewinne ziehen."

Jörg Joosten, Vorsitzender des Verdi-Ortsvereins, erinnerte daran, dass die Nazis am 2. Mai vor 80 Jahren die Gewerkschaftsbewegung zerschlagen hätten. "Unsere Geschichte verpflichtet uns zum Handeln gegen rechtsextremes Denken und Handeln." Ein Verbot der NPD sei überfällig. Joosten forderte die Justiz auf, Rechtsextreme für ihre Straftaten mit der vollen Härte des Gesetzes zu bestrafen. Es könne nicht sein, dass hier teilweise Bewährungsstrafen ausgesprochen würden. Die Justiz müsse aufhören, mit ihren Urteilen für Kopfschütteln und Empörung zu sorgen.

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