Schleswig : Auch ohne Strom machen Spiele Spaß

Lisa, Anna, Freya und Norwin (v.l.) spielten auf dem Teppich eine Partie Riesenmikado.
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Lisa, Anna, Freya und Norwin (v.l.) spielten auf dem Teppich eine Partie Riesenmikado.

Die Stadtbücherei hat am Sonnabend erstmalig zu einem Spielenachmittag für jedermann eingeladen – mit großem Erfolg.

shz.de von
22. Januar 2018, 07:00 Uhr

Experiment gelungen: Die Stadtbücherei hat am Sonnabend erstmalig einen Spielenachmittag angeboten – und bunter und schöner hätte er nicht sein können. Eltern mit ihren Kindern waren genauso häufig vertreten wie spielbegeisterte Jugendliche oder Rentner. Selbst die Mitarbeiter der Stadtbücherei konnten nicht widerstehen und probierten aus, was bei ihnen so alles im Regal steht.

Leiterin Ursula Nielsen zum Beispiel versuchte das Spiel des Jahres 2017 „Kingdomino“ zu gewinnen, ließ sich zuvor aber von Besucher Jan Onusseit die Regeln erklären. Dieser war mit seinem Sohn Mads (10) gekommen, der wie der Vater schon eine Menge Brett- und Kartenspiele kennt. „Wir haben viele Spiele zu Hause, und ich bin sehr froh, dass Mads für eine Partie ,Siedler‘ auch mal ein Computerspiel abstellt“, sagte er. Nicht nur mit den eigenen Eltern oder Freunden wurden die auf den Tischen verteilten Spiele ausprobiert, sondern es bildeten sich wie von selbst Gruppen von eigentlich Fremden, die dann gemeinsam spielten.

So fand sich auch das Quartett bestehend aus Frank und Marlis Kuhles, Giselore Eisenschmidt und Julia Jackstadt spontan bei einer Runde „Escape“ zusammen. „Wir kennen das Spiel alle nicht, aber irgendwie sind wir an diesem Tisch gelandet und probieren es nun einfach mal aus“, erzählte Julia Jackstadt, die gelegentlich ehrenamtlich in der Stadtbücherei vorliest. Familie Kuhles trifft sich einmal im Monat zum Spieleabend mit Freunden und suchte am Sonnabend etwas Neues für das nächste Treffen.

Simon Richter hatte länger Lust, Spiele zu probieren als sein achtjähriger Sohn – und blieb dann einfach, als dieser mit Mama nach Hause wollte. „Ich nutze heute mal die Gelegenheit, dass ich hier auf viele Gleichgesinnte treffe“, sagte er. Lisa (6), Anna (10), Freya (10) und Norwin (6) lernten am Sonnabend das Kartenspiel „Solo“ und das Spiel „Speedcups“ kennen – und lieben. Und irgendwann landeten sie dann bei einer Runde „Riesenmikado“ auf dem Teppich.

Besorgt, dass bei so vielen geöffneten Spielen auch mal was durcheinander kommt, war Regine Laß, Mitarbeiterin der Stadtbücherei, nicht: „Eigentlich sind unsere Kunden da sehr aufmerksam. Und sollte heute doch die ein oder andere Karte verrutschen, dann kriegen wir das schon wieder sortiert. Wir haben außerdem eine große Kiste voller Ersatzteile.“

An den niedrigen Tischen lagen die Spiele für Kinder unter sechs Jahren. Außerdem wurde darauf geachtet, dass Spiele, die etwas lauter ablaufen, eher in den äußersten Ecken der Räume platziert wurden, damit andere nicht gestört wurden. Kaffee, Getränke für die Kinder und Kekse sorgten zusätzlich für eine gemütliche Atmosphäre. „Das war bestimmt nicht unser letzter Spielenachmittag“, war sich Ursula Nielsen sicher.


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