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Schleswig : Attacke auf Kaninchen überschattet Tierheim-Fest

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Jugendliche Discobesucher trampeln mehrere Tiere tot – eine Zeugin kann nicht rechtzeitig einschreiten.

So ausgelassen wie in den vergangenen Jahren war die Stimmung auf dem Sommerfest des Schleswiger Tierheims gestern nicht. Und das lag nicht am eher durchwachsenen Wetter. Es lag an einem Fall von Tierquälerei, der Yvonne Wiegers-von Wegner fassungslos machte – und sie hat in ihrer langjährigen Tätigkeit als Tierschutzvereins-Vorsitzende schon vieles gesehen. Am späten Freitagabend hatten Jugendliche in Busdorf mehrere junge Kaninchen totgetrampelt. Eine Mitarbeiterin des nahen Burger-King-Schnellrestaurants beobachtete das, konnte aber nicht rechzeitig einschreiten. Es war viel Betrieb an der Burger-Theke, weil in der benachbarten Diskothek Vineta gerade die Teenie-Party für bis zu 15-Jährige zu Ende gegangen war.

Als die Augenzeugin das Kaninchennest erreichte, waren drei der Tiere schon tot und die Jugendlichen verschwunden. Drei weitere Kaninchenbabys waren übel zugerichtet, aber noch am Leben. Sie versorgte die Tiere bis zum nächsten Morgen und brachte sie dann ins Tierheim. Eines der Kaninchen hatte so massive Knochenbrüche, dass es eingeschläfert werden musste. Die beiden anderen werden nun von Tierheim-Leiterin Maylin Teubler mit Katzenaufzuchtmilch aufgepäppelt. Auch gestern während des Sommerfestest fütterte die 26-Jährige die Jungtiere alle zwei Stunden mit der Flasche.

Trotz allem waren sie und das gesamte Tierheim-Team bemüht, den Gästen auf dem Sommerfest einen unbeschwerten Tag zu bescheren. Schon am Vormittag kamen rund 300 Besucher kamen – mit und ohne tierische Begleitung – ins Tierheim. Die Veranstaltung, die unter dem Motto „Der naturnahe Garten – Lebensraum für Amphibien, Insekten und Vögel“ stand, präsentierte ein abwechslungsreiches Rahmenprogramm. Mehr als 30 Hundebesitzer meldeten ihren Vierbeiner zum Spaßhundelauf an, dessen Parcours über Stock und Stein führte und am Nachmittag für beste Unterhaltung der Zuschauer sorgte. Am Ende des Laufs gab es für jeden Hund ein Leckerli, und da freuten sich auch Herrchen und Frauchen. Derweil hatten die Kinder viel Spaß beim Angeln von Kunststoff-Enten oder sie ließen sich beim Schminkstand kunterbunt-glitzernde Schmetterlinge ins Gesicht malen.

Doch auch nach dem Sommerfest war das Entsetzen bei Wiegers-von Wegner noch nicht verflogen. „So viel Roheit – das geht wirklich unter die Haut“, sagt sie. „Auch wenn man alkoholisiert ist, muss man doch Respekt vor der Kreatur bewahren!“ Sie will Anzeige erstatten und hofft, dass sich die Täter von selbst melden.

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