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Ratsversammlung : Arthur Christiansens Antrittsrede: Parkgebühren nicht ausgeschlossen

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Der neue Bürgermeister wartete in seiner Antrittsrede vor der Ratsversammlung auch mit unbequemen Vorschlägen auf.

von
erstellt am 18.Feb.2014 | 07:45 Uhr

Fast vierzig Minuten dauerte seine Antrittsrede. Als der neue Bürgermeister gestern vor den Mitgliedern der Ratsversammlung einen Sack voller Probleme öffnete, die in der Stadt auf eine Lösung warten, ließ jeder Satz erkennen: Arthur Christiansen ist es gern – der Bürgermeister aller Schleswiger.

Nicht so sehr Visionen standen in seiner Rede im Vordergrund, sondern recht konkrete Arbeitsschritte für die nächsten Monate. Selbst das für manche Schleswiger Ohren schrill klingende Wort Parkraum-Bewirtschaftung sparte er nicht aus: „Dieses Thema darf für uns nicht länger tabu sein“, mahnte er.

Christiansen, der seit 30 Tagen im Amt ist, erklärte: „Schleswig muss sich aus seiner Selbstumklammerung befreien.“ Die Stadt müsse ihre Chancen und Stärken mehr erkennen. „Stattdessen diskutiert man bis zum Umfallen auf allen Kanälen – aber ohne Entscheidungen zu treffen und den Mut für Visionen zu haben.“ Er habe festgestellt, dass es vielerorts an Vertrauen mangele: die Bürger hätten kein Vertrauen in die Ratspolitik und die Politiker nicht in die Stadtverwaltung. Diese gegenseitige Akzeptanz und Anerkennung wieder zu erreichen, das könne er nicht allein schaffen: „Helfen Sie mir dabei!“ Lob zollte er den „tüchtigen Stadtwerken“: „Sie genießen das Vertrauen der Schleswiger und der Umlandgemeinden.“

Christiansen möchte, dass Schleswig in den Köpfen aller als bedeutende Kreisstadt, als Kultur-, Justiz- und Gesundheitsstadt stärker wahrgenommen wird. Auch dass Schleswig eine zentralörtliche Funktion hat, müsse stets das „Leitprinzip unseres Handelns sein“.

Er selbst wolle in seinem Amt „Verlässlichkeit und eine absolut geradlinige Position bis hin zur schonungslosen Offenheit“ zeigen. „Ich bin berechenbar und leicht zu durchschauen. Was ich sage, meine ich auch so.“ Kommunikation in alle Richtungen, das möchte er nach eigenen Angaben intensiv betreiben – mit Nachbargemeinden, mit Einwohnern, mit der Wirtschaft, mit anderen Behörden in der Stadt und mit den Medien.

„Schleswig 2016“ – unter einer Marke wie dieser brauche Schleswig ein Leitbild, für das Stadtmanagement, Wirtschaftsvereinigungen, Tourismusgesellschaft und das Rathaus gemeinsame Zukunftskonzepte entwickeln sollen.

Die akuten Leerstände in der Innenstadt, vor allem das ehemalige Hertie-Haus, zu bekämpfen – das habe für ihn hohe Priorität, sagte er. Die Ladenstraße will er wieder auf Vordermann bringen – „dabei beziehe ich auch das marode Parkhaus mit einer Bewirtschaftung ausdrücklich mit ein“. Christiansen kritisierte zum Teil stark überhöhte Mietpreise von Hauseigentümern in der Ladenstraße, die zu Leerständen geführt hätten. Er will alle Hauseigentümer zu einem gemeinsamen Gespräch einladen. Für den Lollfuß und den Friedrichsberg kündigte er ebenfalls einige Vorschläge an. Und sagte nebenbei: „Der Friedrichsberg liegt mir am Herzen – auch, weil ich dort wohnen werde.“

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