Pferdeklappe Norderbrarup : „Apassionata“-Star hilft misshandelter Stute

Liebe auf den ersten Blick: Eva Marten mit ihrem Patenfperd „Esmeralda“.
Liebe auf den ersten Blick: Eva Marten mit ihrem Patenfperd „Esmeralda“.

Apassionata-Star Eva Marten übernimmt die Patenschaft für das traumatisierte Pferd „Esmeralda“.

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26. Mai 2015, 07:21 Uhr

Norderbrarup | Mit einem Besuch in der „Pferdeklappe“ in Norderbrarup besiegelte Eva Marten, Reiterin der Familienunterhaltungsshow „Apassionata“, eine Patenschaft für die misshandelte Vollblutstute „Esmeralda“.

Die heute 32-jährige Kielerin voltigierte bereits mit sechs Jahren und bekam zwei Jahre später ihr erstes Pony. Später stieg sie auf ein Endstockmaß-Pony um und ritt Turniere. Heute reitet der Apassionata-Star in der Pferdeshow die Dressurquadrille der sechs Friesenhengste und ist auch am Ägyptenbild und einem Mischbild mit Spaniern und Portugiesen beteiligt. Zu der Unterhaltungsshow „Apassionata“ kam Eva Marten durch eine Hintertür. Als sie hörte, dass eine Verkäuferin für Fanartikel gesucht wurde, meldete sie sich. Die Veranstalter wurden auf ihr Reittalent aufmerksam und so wurde sie selbst zu einem Teil der Show.

Auf „Esmeralda“ und die Pferdeklappe wurde Eva Marten durch „Apassionata we care“ aufmerksam – einem sozialen Zweig der Pferdeshow. Und sie war sofort Feuer und Flamme, wollte diese Patenschaft gerne übernehmen. „Es berührt einen natürlich, wenn ein Pferd so ein schweres Schicksal zu tragen hat“, sagte sie. Außerdem halte sie die Pferdeklappe für ein wunderbares Prinzip.

Die 14-jährige Stute darf in der Klappe nur noch „Emmchen“ genannt werden. Denn man vermutet, dass der Klang des ursprünglichen Namens bei dem Tier schlechte Erinnerungen auslösen kann. Das ehemalige Turnierpferd wurde in seiner Karrierezeit überwiegend geprügelt und misshandelt. „Als sie vor elf Monaten zur Pferdeklappe kam, ließ sie keinen Menschen an sich heran und schlug nach vorne und hinten aus“, erklärte Klappenvorsitzende Petra Teegen. Nur durch die beharrliche Zuwendung von Pferdepfleger Aik Lorenzen, zu dem sie ein echtes Vertrauensverhältnis entwickelt habe, würde sie heute Menschen in ihrer Nähe dulden. „Bei weiterer Pflege können wir sie irgendwann als geheilt entlassen“, schließt Teegen.

Der erste Kontakt zwischen Eva und „Emmchen“ ist wider Erwarten problemlos. Beide sind sich sympathisch und die Stute nimmt bereitwillig die mitgebrachten Möhren und Äpfel an. Unter den kritischen Augen des Pferdepflegers lässt sie sich sogar über den Hof führen und akzeptiert auch ein wenig Geschmuse und sogar ein Küsschen. „Ich bin so froh, dass ich jetzt deine Patin sein darf“, flüstert Eva ihr ins Ohr und verspricht wieder zu kommen.

Am Küchentisch, der dauerhaft provisorischen Zentrale der Pferdeklappe werden dann Nägel mit Köpfen gemacht. Denn auf lange Aufenthalte von Pferden ist man hier nicht eingerichtet. Die Pferdeklappe ist kein Gnadenhof. Normalerweise werden die hier anonym abgegebenen Pferde aufgepäppelt und dann weitervermittelt. Außer Spenden hat der Verein keine Einnahmen. Und der Vorstand wird angesichts der langen Verweilzeit von „Emmchen“ langsam ungeduldig. Sie verursacht Kosten von 240 Euro pro Monat. Außerdem sind ihre Tierarztrechnungen teuer, da sie selbst bei der kleinsten Behandlung eine Vollnarkose braucht.

Deshalb wird das Unterstützungsangebot von „Apassionata“-Mitbegründerin Karen Massine gerne angenommen. Mindestens ein Jahr lang will ihre Gesellschaft 100 Euro monatlich für die Unterbringung und Pflege der Stute spenden. Außerdem will sie auf ihrer Homepage Werbung für die Klappe machen und ihrem Futtermittellieferanten günstige Preise für den Verein nahelegen. Als Bonus legte sie noch Freikarten für den gesamten Vorstand für die Show, die über Pfingsten in Kiel gastierte, obendrauf.

Petra Teegen ist glücklich über die erste Patenschaft, die für ein Problempferd abgeschlossen werden konnte. Sie hofft, dass dieses Beispiel Schule macht.

Kontakt zur Pferdeklappe erhält man unter Telefon 04641/462934 oder hier.

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