Anwohner sollen über neuen Namen für Hindenburgplatz mitentscheiden

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18. Juni 2011, 11:12 Uhr

Schleswig | Der Hindenburgplatz zwischen Schuby straße, Berliner Straße und Amselstraße könnte bald einen neuen Namen erhalten. Der Bauausschuss hat sich jetzt einstimmig dafür ausgesprochen, das Thema auf einer Einwohnerversammlung zu diskutieren. Die Schleswiger Ortsgruppe von Amnesty International (ai) hatte die Debatte zu Jahresbeginn angestoßen und mit der historischen Rolle von Reichspräsident Paul von Hindenburg (1847-1934) begründet, der 1933 Adolf Hitler zum Reichskanzler ernannt hatte. ai-Sprecher Christian Radtke hatte auch bereits einen neuen Namen für den Hindenburgplatz vorgeschlagen: "Platz der Menschenrechte."

Dieser Idee allerdings mochte sich der Bauausschussvorsitzende Klaus Bosholm (SPD) nicht anschließen. "Das klingt nach DDR", fand er. Er brachte die Bezeichnung Hans-Werner-Jürgensen-Platz ins Gespräch. Bereits kurz nach dem Tod des früheren Schulrats und Ehrenvorsitzenden des Friedrichsberger Bürgervereins 2009 hatten die städtischen Gremien darüber beraten, ihn mit einem Straßennamen zu ehren.

Vor einer Entscheidung sollen die Bürger die Chance erhalten, auf einer Einwohnerversammlung ihre Meinung zu sagen. Ein Termin dafür steht noch nicht fest. Auf der Veranstaltung soll ein Fachmann über Paul von Hindenburgs und seine umstrittenen Leistungen referieren. Die Diskussion sei "für mich ergebnisoffen", betonte Bosholm. Sollte die Einwohnerversammlung nur auf geringes Interesse stoßen, sei er dafür, "alles beim Alten zu belassen".

ai-Sprecher Radtke zeigte sich nach der Sitzung des Bauausschusses enttäuscht darüber, dass sich niemand für die Bezeichnung "Platz der Menschenrechte" stark gemacht hatte. "Die Menschenrechte sind ein ganz großes Thema. Das sehen wir im Moment bei den Revolutionen in der arabischen Welt."

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