Windräder in Böel : Anwohner sollen mitverdienen

Die Altanlagenbetreiber Claus Marxen, Karsten Rothberg und Hartmut Mügge im Gespräch mit Projektleiter Heinz Carstensen und Bürgermeister Rainer Stahmer (von rechts).
Die Altanlagenbetreiber Claus Marxen, Karsten Rothberg und Hartmut Mügge im Gespräch mit Projektleiter Heinz Carstensen und Bürgermeister Rainer Stahmer (von rechts).

In Böel sollen drei Repowering-Windkraftanlagen entstehen – eine ist für die Bürger reserviert. Die Genehmigung steht noch aus.

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15. Mai 2015, 07:51 Uhr

Die Möglichkeit mit der Methode des Repowerings Windenergieanlagen auch außerhalb der ausgewiesenen Eignungsflächen zu errichten, will eine Investorengruppe in Böel nutzen. Da die neuen Anlagen überall dort aufgestellt werden können, wo keine Schutzwerte verletzt werden, haben die Windenergieanlagenbetreiber Claus Marxen, Hartmut Mügge und Karsten Rothberg nach einer solchen Fläche gesucht und sie nördlich von Böelkamp gefunden. Da jeder Investor je zwei alte Anlagen einbringt, ist auf dieser Fläche der Bau von drei Windkraftanlagen der Drei-Megawatt-Klasse geplant. Die Spitzenhöhe beträgt 150 Meter. Dafür werden die vier Böeler Anlagen und zwei aus Schnarup-Thumby abgebaut. Die neuen Anlagen sollen laut Planung bis Ende 2016 ans Netz gehen. Die Energie wird über ein sechs Kilometer langes Erdkabel an das Umspannwerk in Struxdorf geliefert.

Da zum gesamten Projekt die Zustimmung der Gemeinde notwendig ist, will man die Bürger an den finanziellen Vorteilen beteiligen. Eine der drei Anlagen soll als so genannte Bürgeranlage betrieben werden: Anteile kaufen können alle Böeler Bürger und Landeigentümer. Besondere Beteiligungsmöglichkeiten sollen Anwohner im Umkreis von 700 Metern um die Anlagen angeboten werden, weil sie auch bei Einhaltung aller Vorschriften doch besondere Umweltbelastungen tragen müssen.

Wie diese Vorteile aussehen sollen, wurde noch nicht festgelegt. Projektentwickler Heinz Carstensen, der bereits Geschäftsführer eines Bürgerwindparks ist, stellte die Absichten auf einer Bürgerinformation im Lindenhof von Böel vor.

Bürgermeister Rainer Stahmer machte keinen Hehl daraus, dass die Gemeindevertretung dem Projekt positiv gegenübersteht – vor allem, weil alle Gesellschaften, die für das Projekt verantwortlich sind, ihren Sitz in Böel haben werden. Dadurch fließt auch die gesamte Gewerbesteuer von geschätzten 100 000 Euro jährlich in die Gemeindekasse. Stahmer stellte aber klar, dass das gemeindliche Einvernehmen noch nicht erteilt sei. „Das wird erst nach Klärung aller Randbedingungen auf einer öffentlichen Gemeindevertretersitzung erfolgen“, versicherte er.

Die Fragen der 35 Zuhörer berührten im wesentlichen Grundlagen des Genehmigungsverfahrens wie Naturschutz und Lärm. Doch selbst die Frage nach einem Unfall während der Bauarbeiten und einer damit verbundenen Höhenrettung konnte von Carstensen mit Hinweis auf das Genehmigungsverfahren beantwortet werden.

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