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Süderbrarup : Anwohner sehen Eichen als Gefahr

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Zu viel Laub, zu viele Eicheln: Die Bewohner der Waldstraße in Süderbrarup wollen 13 Bäume abholzen lassen, weil sie befürchten zu stürzen. Der Gemeinde sollen keine Kosten entstehen

Die Grundstücke an der Waldstraße im Süden der Gemeinde Süderbrarup haben eine bevorzugte Lage. Hübsche, unterschiedlich gestaltete Einfamilienhäuser säumen die Straße – und trotzdem sind einige Bürger nicht zufrieden: Sie wollen die Eichen abholzen lassen, die vor 13 Jahren auf einem Grünstreifen zwischen Straße und Gehweg gepflanzt wurden. Die Bäume haben inzwischen eine Höhe von mehr als zehn Metern erreicht, tragen im Sommer ein stattliches Blätterdach und produzieren eine Menge Eicheln.

Dass Baumwurzeln inzwischen die ersten Grundstücke erreicht haben und Zweige auf Grundstücke ragen – das hätten die Anlieger noch hingenommen. Dass aber von Herbst bis Frühjahr eine dicke Blätterschicht auf den Fußwegen liegt, die bei Nässe extrem rutschig wird, sorgt für Verärgerung. Darüber hinaus sind den Anliegern die Eicheln ein Dorn im Auge. Diese machten selbst für gesunde Menschen das Gehen zu einer Tortur, lautet der Vorwurf.

Ernst Pusch ist nach einer schweren Operation auf die Hilfe eines Rollators angewiesen. Doch auf dem Gehweg ist für ihn ein Fortbewegen ohne Hilfe oftmals nicht möglich. Seine Nachbarin Marlies Gerke hat ein ähnliches Problem: Sie bewegt sich nach einem Unfall mit Gehhilfen durch die Wohnung und um das Haus.

Dass die beiden mit ihrer Verärgerung nicht alleine stehen, zeigt ein Schreiben an die Gemeinde, das von neun Anliegern unterschrieben ist. Darin sind die genannten negativen Erfahrungen mit Laub und Eicheln dargelegt, und es wird der Eindruck wiedergegeben, dass einige der Bäume krank sind, da vertrocknete Äste herabfallen und die Blätter mit einer weißlichen Schicht überzogen sind. Die Forderung der Anlieger: Die Eichen müssen abgeholzt werden. An ihrer Stelle sollen Sträucher und kleinwüchsige Bäume gepflanzt werden. Die Kosten für die Aktion wollen die Bürger selbst übernehmen, damit keine Belastung für die Allgemeinheit entsteht.

Die Gemeindevertretung steht dem Ansinnen skeptisch gegenüber. In der jüngsten Sitzung wurde der Antrag abgelehnt. Auf Nachfrage aber zeigte Bürgermeister Friedrich Bennetreu Verständnis für die Beschwerden der Anlieger. Er machte jedoch deutlich, dass der Bauausschuss sich beraten lassen habe und keinen Grund sehe, die Bäume zu entfernen. „Auch Erkrankungen der Bäume konnten die Baum-Experten nicht bestätigen“, sagte Bennetreu. Die Bäume sollen nach seinen Worten zur Verschönerung des Wohnumfeldes beitragen – und sie dürften nicht ohne Weiteres gefällt werden. Offen zeigte er sich gegenüber der Forderung, einen „Runden Tisch“ einzurichten, an dem gemeinsam nach Lösungen für das Problem gesucht wird.

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erstellt am 03.Jan.2014 | 07:45 Uhr

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