zur Navigation springen

Steinberg : Anwohner fürchten um Lebensqualität

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Eine Änderung im Flächennutzungsplan für das Tiefbauunternehmen Hoeck hat laut Bürgermeister Geißler keine Nachteile für die Anwohner von Steinberg.

shz.de von
erstellt am 29.Aug.2013 | 07:12 Uhr

„Aufstellung Bebauungsplan 10, Tiefbauunternehmen Hoeck, 40. Änderung des Flächennutzungsplans“ – so hatte es der Gemeinderat von Steinberg im März einmütig beschlossen. Die Öffentlichkeit sollte an dem Vorhaben frühzeitig beteiligt werden – und das Interesse der Bürger war groß, nicht zuletzt, weil es allerlei emotional gefärbte Gerüchte vor allem im Ortsteil Steinbergholz gab.

Die Befürchtungen, dass etwas geplant ist, was die Lebensqualität der Nachbarn des Betriebes aufgrund von Bauvorhaben möglicherweise beeinträchtigt, räumte Camilla Grätsch vom Planungsbüro Plewa bei der Anhörung jedoch aus. Ziel des angeschobenen Bauleitverfahrens sei die Sicherung und behutsame Entwicklung des seit 1989 in Steinbergholz ansässigen Betriebes, der westlich der K 106 liegt.

Steinbergs Bürgermeister Gerhard Geißler erinnerte daran, dass im November bei Kreis und Land wegen besagtem Bebauungsplan eine Anfrage gestartet wurde – die Stellungnahmen waren positiv. Der Plan solle dem Betrieb Sicherheit geben. Kein Verständnis zeigte er dafür, dass es im Vorfeld der Bürgeranhörung eine „anonyme Zettelaktion“ gab, die für Verunsicherung sorgte. Wie Camilla Grätsch klarstellte, ist der Plan-Aufstellungsbeschluss ein erster Schritt, um einen Vorentwurf erstellen zu können. Bevor es zu einer Genehmigung komme, seien viele weitere Schritte vonnöten. Die Änderung des Flächennutzungsplans beinhalte die Ausweisung des gesamten Betriebsgeländes als „sonstiges Sondergebiet“. Zu den Rahmenbedingungen gehöre, dass zum angrenzenden Wald ein 30 Meter breiter Abstand von jeglicher Bebauung freizuhalten sei, dass die Lagerfläche aus dem Landschaftsschutzgebiet zu „entlassen“ sei – das ist laut Auskunft des Kreises möglich. Zum Bestand gehören zwei Wohn- und ein Betriebsgebäude, eine Werkstatt zur Wartung betriebseigener Maschinen, eine Abstellfläche für Fahrzeuge sowie eine Lagerfläche für Sand, Kies und Steine – letztere ist nachträglich zu legalisieren.

Insgesamt eine Festschreibung dessen, was bereits vorhanden ist. In dem einen Hektar großen Bereich gibt es aber auch die Option auf Errichtung einer rückwärtigen Halle – nicht heute und morgen, aber vielleicht irgendwann. Das alles bedeute eine geringfügige Weiterentwicklung für den Betrieb mit derzeit 27 Arbeitsplätzen. In jedem Fall werde es, so die Planerin, eventueller Emissionen wegen eine Umweltverträglichkeitsprüfung geben.

Dass der zum Betrieb führende Weg inzwischen aus gemeindlichem Eigentum in den Besitz des Tiefbauunternehmens übergegangen ist, bezeichnete ein Bürger als „unverfroren“, sprach von „Mauschelpolitik“. Überhaupt sei vieles geschehen, was nicht in Ordnung sei, und dazu gehörte zeitweise das mit Lärm und Staub verbundene „Steine knacken“. Das, so Antragsteller Heinz Georg Hoeck, werde es nicht mehr geben. Zur Sprache kam auch die Verkehrsbelastung durch die Fahrzeuge des Betriebes auf der Gemeindestraße. Mehr werde es nicht werden, so der Bürgermeister.

Gesagt wurde zudem, dass die Lage des Betriebs „eingeklemmt“ sei. Mache es da, so ein Einwohner, nicht Sinn, ihn zu verlagern? Bürgermeister Geißler: „Aus Sicht der Gemeinde muss der Betrieb am jetzigen Standort bleiben.“ Hoeck weiß wohl um die beengte Lage. Deshalb hat er, wie er sagte, vor fünf Jahren in Sterup einen Platz für seine Container angemietet. Nun geht es weiter mit dem Vorentwurf, zu dem Behörden und Bürger ihre Stellungnahmen abgeben können.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen