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Schleswiger Nachrichten

11. Dezember 2017 | 14:52 Uhr

Schleswig : Anwohner fühlen sich übergangen

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Widerstand gegen geplantes Neubauprojekt des Beerdigungsunternehmers Thomas Beck in der Bismarckstraße.

von
erstellt am 04.Feb.2017 | 06:39 Uhr

„Da setzt man uns einen Kasten vor die Nase“, meint die 70-jährige Marianne Utermark aus der Schubystraße 19c, „und wir sitzen dann im Schatten davon.“ Sie und ihr Mann Rudolf (75), die sich ihren kleinen Bungalow dort „hart erarbeitet haben“, sind in ihrer Empörung über das Bauvorhaben des Beerdigungsunternehmers Thomas Beck nicht allein. Denn Becks Absicht, sämtliche Altbauten und Garagen auf seinem Grundstück Bismarckstraße 21 abzureißen, um dort neben dem Geschäft zwei neue Mietshäuser (vier- und dreigeschossig) für jeweils sieben und acht Wohneinheiten zu errichten, stößt auf vielfache Kritik der unmittelbaren Nachbarn am Flachsteich. Deren Gärten grenzen an sein Grundstück.

Bereits im vergangenen Bauausschuss, wo Beck und sein Architekt Peter Paustian aus Schleswig das umfangreiche Projekt vorstellten, waren die gegensätzlichen Ansichten aneinander geprallt. Dabei zeigten sich die Bauausschussmitglieder angetan von dem Bauprojekt – einhellig. Es diene dazu, auch künftig einen alten Familienbetrieb mitten in Schleswig aufrecht erhalten zu können und gleichzeitig eine bauliche Verdichtung vom innerstädtischen Kern her zu erreichen, hieß es aus den Fraktionsreihen. Auch gefiel dem Bauausschuss die Fassadenansicht des nach dem Abriss geplanten Neubaus für das Beerdigungsinstitut Beck zur Bismarckstraße hin, da sie sich „sehr gut ins Straßenbild einfügen“ werde. „Und die Stadt hat ein Interesse, qualitativ guten Wohnraum zu schaffen“, sagte Sitzungsleiter Helge Lehmkuhl (CDU).

So fiel denn der Beschluss einstimmig aus, einen Bebauungsplan für das Grundstück 21 (und bis zum Erschließungsstich in der Schubystraße 19 a, b und c) aufzustellen. Denn bisher gab es überhaupt keinen B-Plan für diesen Bereich. „Im Zuge des Bauleitverfahrens können Sie dann Ihre Beschwerden einlegen, wenn die Pläne öffentlich ausliegen“, gab Lehmkuhl den Anwohnern mit auf den Weg.

Die Anlieger vom Flachsteich – dazu zählen neben dem Ehepaar Utermark auch Dr. Hans-Georg Marxen, Lars und Lewe Krackert, Tanja und Thomas Forck, Kirsten und Martin Buhmann, Saira Raza, Mario Engelhardt, Annemarie Neumann, Gerhard Böthführ sowie Christa und Ulrich Hadré. Sie alle werden nach jetzigem Stand der Dinge Widerspruch einlegen. Das kündigten sie gestern auf SN-Nachfrage an. Bei einem Rundgang durch deren Gärten, machten sie deutlich, worin eines der Probleme aus ihrer Sicht liegt. „Es gibt relativ starke Höhenunterschiede, so dass vom Beck-Areal aus ein Gefälle zu unseren niedriger liegenden Wohnhäusern besteht“, betont Lars Krakert. Wenn dann noch anstelle der Tischerlei ein dreigeschossiges Haus dort stehen werde, dann wirke das aus Sicht betroffener Anwohner „von unten aus “ wie viergeschossig. Aber die Höhe der geplanten Neubauten sowie das Heranrücken an die Gartenmauern seien nur das eine Ärgernis, heißt es.

Und das andere? „Wir ärgern uns sehr über die ganze Vorgehensweise“, erklärt Martin Buhmann. Man sei als Anwohner einfach gar nicht informiert worden. Weder von Thomas Beck selbst noch vom Bauamt. „Wir haben von dem Projekt, das uns unmittelbar betrifft, nur zufällig aus der Zeitung erfahren. Und bis jetzt gibt es nicht mal Planskizzen, wie für uns die Südansicht aussehen soll.“

Hans-Georg Marxen, als direkter Nachbar, findet zumindest den Vorschlag von Bauausschussmitglied Jürgen Lorenzen (SPD) gut: Dass der Bauherr verpflichtet wird zur Begrünung mit Sträuchern und Bäumen.

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