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Schleswiger Nachrichten

22. Oktober 2017 | 21:45 Uhr

Schleswig : Ansturm der Briefwähler

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Es zeichnet sich eine hohe Beteiligung an der kombinierten Bundestags- und Bürgermeisterwahl am 22. September ab. 1660 Schleswiger haben ihre Stimmen bereits abgegeben.

shz.de von
erstellt am 12.Sep.2013 | 15:00 Uhr

Die Bundestagswahl wird der gleichzeitig stattfindenden Bürgermeisterwahl am 22. September offenbar eine große Beteiligung bescheren. Grundlage dieser Prognose ist die Zahl der bisher eingegangenen Briefwahlstimmen. Bis gestern hatten 1660 Bürger auf diese Weise von ihrem Wahlrecht Gebrauch gemacht, bei der Bürgermeisterwahl vor sechs Jahren gab es hingegen nur 900 Stimmen per Brief. Oliver Frieß vom Wahlamt geht davon aus, dass in den verbleibenden eineinhalb Wochen bis zur Wahl die 2000-Briefwähler-Marke übertroffen wird.

Vor sechs Jahren beteiligten sich 43,7 Prozent der Schleswiger an der Wahl des Verwaltungschefs, bei der Stichwahl waren es noch 41,3 Prozent. Diesmal hingegen ist damit zu rechnen, dass deutlich über 60 Prozent der 20 000 Schleswiger Wahlberechtigten darüber mitbestimmen wollen, wer im Rathaus ab Januar das Sagen hat – die Bundestagswahl macht’s möglich. Sie lockte vor vier Jahren 67,2 Prozent der Bürger an die Urne. Auch diesmal wird mit einer Beteiligung in ähnlicher Größenordnung gerechnet. Dabei ist nicht zu erwarten, dass zahlreiche Wähler zwar ihr Kreuzchen auf dem Bundestags-Stimmzettel machen, den Bürgermeister-Stimmzettel hingegen verschmähen. Dies wird durch die Zahlen aus dem Wahlamt bekräftigt. Den 1660 Stimmen für die Bürgermeister-Wahl stehen 1748 Stimmen für die Bundestagswahl gegenüber – also nur 88 Briefwähler haben es abgelehnt, sich an der Wahl des Rathauschefs zu beteiligen.

Wer Briefwahl beantragt, erhält aus dem Rathaus für die beiden Wahlgänge zwei sogenannte „Päckchen“. In ihnen befindet sich jeweils ein Stimmzettel, ein Umschlag für den Stimmzettel, ein Hinweis zur Handhabung sowie der gesiegelte Wahlschein, mit dem sich der Wähler legitimiert. Zudem liegt ein Umschlag bei, in dem all diese Papiere (mit Ausnahme der „Bedienungsanleitung“) zum Wahlamt geschickt werden können. Dieser Wust an Papier scheint manchen zu verwirren. „Mein Kollege Ike Obermüller und ich führen sehr viele Beratungsgespräche“, sagt Oliver Frieß. Durchschnittlich zwei von drei Briefwählern, die ihre Unterlagen im Rathaus abholen, brauchen den Rat der Fachleute. Gemeindewahlleiter Raup sieht es positiv: „Die Leute fragen uns, weil sie die Wahlgänge ernst nehmen. Das ist gut so.“ Und noch etwas freut ihn: „Die Bürger kommen mit guter Laune, und sie gehen mit guter Laune.“

Zwei Urnen stehen im Wahlamt bereit, um mit den Stimmen der Briefwähler gefüllt zu werden, eine für den Bundestag, die andere für den Bürgermeister-Wahlgang. „Auf diese beiden passen wir auf wie auf unseren Augapfel“, sagt Gemeindewahlleiter Rainer Raup. Während der Öffnungszeiten achten Frieß und sein Kollege Ike Obermüller auf die grauen Kästen aus Kunststoff, deren Deckel mit einem Vorhängeschloss gesichert ist. Abends werden die Urnen an einen sicheren Ort gebracht. Wo genau, verrät das Wahlamt nicht.

Auch bei einer anderen Frage beißt man bei den Wahlamts-Mitarbeitern auf Granit und erhält keine Antwort. Frieß: „Wir sind schon oft gefragt worden, welchen Kandidaten wir empfehlen können.“

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