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Familientag in den landesmuseen : Ansturm auf Schloss Gottorf

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Fast 6500 Besucher aus ganz Schleswig-Holstein kamen am Sonntag zum Aktionstag auf die Gottorfer Schlossinsel.

Wahre Menschenmassen zog es gestern zum zweiten Gottorfer Familientag auf die Schlossinsel. Bereits bei der ersten Veranstaltung im Februar 2014 waren rund 5000 Besucher gekommen. Mit nunmehr fast 6500 Besuchern - davon die Hälfte Kinder - aus allen Ecken Schleswig-Holsteins konnte der Andrang dieses Mal sogar noch übertroffen werden. Neben Führungen und Präsentationen für Groß und Klein gab es außerdem zahlreiche Mitmach-Aktionen, dazu ein Rahmenprogramm aus Musik und Theater.

Der Info-Stand von Marvin Jobs war zur Eröffnung um zehn Uhr völlig überlaufen: „Die meisten Führungen waren bereits vormittags ausgebucht.“ Besonders beliebt waren „Museums-Klassiker“ wie das Nydamboot und die Moorleichen, aber auch Plätze für die Märchenlesungen mit Erzählungen aus aller Welt waren sehr begehrt. Die halbstündigen Führungen deckten Archäologisches sowie Kunst- und Kulturgeschichtliches aus zahlreichen Epochen ab: von Jägern der Steinzeit und Kaufleuten im Mittelalter bis zu Maler Emil Nolde und der Biedermeier-Epoche.

Vor allem bei den Jüngeren beliebt waren die vielen interaktiven Stände, bei denen ausprobiert und sich kreativ ausgetobt werden durfte. Philip (6) aus Holtsee etwa fand Begeisterung für das Körbeflechten: „Es macht Spaß und ist ziemlich einfach.“ Auch für Mutter Cornelia Helwig (37) eine große Freude: „Ich glaube, der will hier gar nicht mehr weg.“ Die verwendeten Streifen aus Rattanholz wurden zuvor von Christin Sell vom Freilichtmuseum Molfsee in einer Wanne eingeweicht. Sie zeigte sich beeindruckt: „Die meisten Kinder brauchten kaum Hilfe und haben toll mitgemacht.“

In der Steinzeitlichen Abteilung durften Kinder wie Menschen in der Altsteinzeit vor etwa 16  000 Jahren mit Steinen auf Schiefertafeln Tierbilder ritzen. Für Jotte (9) aus Schwentinentaal und ihre Freundin Sünne (11) aus Osterrönfeld das Highlight des Tages. „Es hat uns sehr gut gefallen und war sehr interessant“, fand Sünne. Die Steintafeln waren bereits früh vergriffen. „Da war das Theater groß“, sagte Museumsmitarbeiter Markus Wild. Zu den beliebtesten Motiven zählten Pferde, Bären, Mammuts und Fische. Der Weg zum nächsten Stand war leicht zu finden, denn er war von Haselnussschalen überseht. Hier durfte man mit Steinen auf Nüsse einschlagen.

Bei Jongleur Clemens Schmidt konnte man mit unterschiedlichsten Gegenständen balancieren. Tyron (11) aus Eckernförde war mit vollem Eifer dabei: „Ich bin heute zum ersten Mal hier auf dem Schloss, und es macht einfach Spaß. Ich hab sogar fast vergessen zu trinken“, lacht er.

Für das Rahmenprogramm sorgten im Kreuzstall Puppenspielerin Sonja Langmack vom Landestheater Schleswig-Holstein mit dem Stück „Frau Holle“, für das aufgrund der hohen Nachfrage noch zusätzliche Sitzplätze geschaffen werden mussten, und der bekannte Kindermusiker „Grünschnabel“, der mit seinem Auftritt einen würdigen Abschluss für den Tag lieferte.

Für Organisator Jorge Scholz von der Abteilung „Bildung und Vermittlung“ war der Tag ein voller Erfolg: „Es freut uns, dass so viele Leute von überall her gekommen sind. Wir fühlen uns daher sehr bestätigt.“ Die Vorbereitungen für den Tag begannen bereits vor einem halben Jahr. Besonders begeistert war Jorge Scholz von der Zusammenarbeit zwischen den beiden Gottorfer Museen der Bereiche „Kunst- und Kulturgeschichte“ und „Archäologie“, dem Wikingermuseum Haithabu, dem Freilichtmuseum Molfsee sowie dem Landeszentrum für Baltische und Skandinavische Archäologie. „Es war schön zu sehen, wie gut alles geklappt hat.“ Ein Nachfolgetermin für das Jahr 2018 ist bereits in Planung. „Wenn sich das Konzept langfristig durchsetzt, hoffen wir, es irgendwann sogar jährlich stattfinden zu lassen“, so Scholz.

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