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Friedrichsberg : Anschlag auf Flüchtlingswohnung: Ermittlungen dauern an

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Nach dem Anschlag auf eine syriche Familie im März: Einer der drei Verdächtigen hat sein Geständnis zurückgezogen.

von
erstellt am 30.Dez.2016 | 07:35 Uhr

Rund zehn Monate nach dem Brandanschlag auf eine Flüchtlingswohnung im Friedrichsberg dauern die Ermittlungen weiter an. Das teilte der Flensburger Oberstaatsanwalt Otto Gosch gestern auf SN-Nachfrage mit. Einer der drei Verdächtigen im Alter von 18 bis 24 Jahren, die die Polizei im Mai gefasst hatte, habe sein Geständnis inzwischen widerrufen. Die Schleswiger Kripo befasst sich daher jetzt erneut mit dem Fall, der eigentlich schon als aufgeklärt galt. Die beiden mutmaßlichen Haupttäter seien jedoch weiterhin geständig, so Gosch. Es gehe nun lediglich noch darum, die Rolle des dritten Mannes zu klären, der nach dem ursprünglichen Geständnis ohnehin nur am Rande an der Tat beteiligt gewesen sein soll.

Verletzt wurde bei dem Anschlag in den späten Abendstunden des 3. März niemand. Die Täter hatten eine brennbare Flüssigkeit gegen das Wohnzimmerfenster einer Erdgeschosswohnung gekippt und angezündet. In der Wohnung lebte eine neunköpfige syrische Flüchtlingsfamilie. Der Vater konnte das Feuer mit einer Decke löschen. Die Familie, die seit November 2015 in Schleswig lebte, wurde umgehend in eine andere Wohnung umquartiert.

Die Polizei fahndete unter anderem mit einem Phantombild nach den Tätern. Die drei Verdächtigen, die alle aus Schleswig und Umgebung kommen, konnten im Mai ermittelt werden. Einer von ihnen gab an, aus Hass auf Ausländer gehandelt zu haben. Da die drei jungen Männer nicht einschlägig vorbestraft sind und laut Staatsanwaltschaft keine Fluchtgefahr besteht, kamen sie wieder auf freien Fuß. Sobald die Ermittlungen abgeschlossen sind, will die Staatsanwaltschaft Anklage vor dem Schleswiger Jugendschöffengericht erheben.

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