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Königswiesen : Anonyme Handzettel ersetzen Gedenkplatte

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Das Mahnmal für Malte Lerch, der 2000 auf den Königswiesen getötet wurde, ist seit eineinhalb Jahren eingelagert. Dennoch wird an die brutale Tat erinnert.

Eineinhalb Jahre ist es inzwischen her, da hat das Bauamt das Mahnmal (Foto links) für den im Jahr 2000 von Skinheads auf den Königswiesen getöteten Malte Lerch entfernt. Mehrfach war es zuvor mutwillig beschädigt worden, am Ende war in den Metallkörper, der die Gedenkplatte umgibt, Wasser eingedrungen. Seitdem lagert das Tonrelief bei den Umweltdiensten – wie es mit ihm weitergeht, steht in den Sternen. Letztmalig hat sich der städtische Bauausschuss im Januar 2013 mit dem Thema befasst. Damals wurde in Erwägung gezogen, die Gedenkplatte an einer anderen Stelle anzubringen. Passiert ist bislang jedoch nichts. Laut Rathaussprecherin Antje Wendt wird sich nun aber der Fachbereich Bau, in dem es in den vergangenen Monaten mehrere personelle Änderungen gegeben hat, der Sache erneut annehmen. Eine unbekannte Person möchte so lange offenbar aber nicht warten: Seit Monaten werden an der Stelle, wo das Mahnmal bislang angebracht war (am Uferweg auf den Königswiesen in Richtung Stadthafen), regelmäßig ein Zettel und Blumen zum Gedenken an Malte Lerch abgelegt. „Wir freuen uns, dass es offenbar jemanden gibt, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, an diese schlimme Tat zu erinnern. Aber wir hoffen auch, dass es dafür bald wieder ein dauerhaftes Denkmal geben wird“, sagt Amnesty-Sprecher Fritz Laß. Der Obdachlose Malte Lerch wurde am 13. Januar 2000 nach einem Streit von zwei Männern aus der rechten Szene zu Tode getreten. Die Täter sind nach mehrjährigen Haftstrafen inzwischen wieder auf freiem Fuß.

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erstellt am 03.Mai.2014 | 07:08 Uhr

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