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Teich in Stolk : Angst vor dem Aufschrei der Mütter

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Die Gemeindevertretung Stolk will einen Teich fürs Eisvergnügen auffüllen – aber nur, wenn Proteste ausbleiben.

Die Stolker Gemeindevertretung plant, den ehemaligen Teich am Rande des Freizeitgeländes Paleg möglichst bald wieder herzurichten. Zurzeit gibt es dort keine offene Wasserfläche mehr; alles ist zugewachsen. Das soll sich ändern.

Die Idee dazu stammt von der Feuerwehr: Deren Aktive hatten im vergangenen Winter mit viel Aufwand und einer Folienwand auf dem Bolzplatz eine Wasserfläche geschaffen– leider unmittelbar vor Einsetzen des Tauwetters, so dass aus dem Schlittschuhlaufen nichts wurde und es bei milden Temperaturen nur eine kleine Grill- und Punschaktion gab. Auch in diesem Winter will die Feuerwehr das Eisvergnügen zumindest ermöglichen – aber mit weniger Aufwand.

Der Teich scheint dafür wie geschaffen zu sein. Dieser müsse nur vom Bewuchs befreit und nicht tiefer ausgebaggert werden. Feuerwehrleute würden das in Eigenleistung erbringen, und das Sonderangebot einer Firma für zwei Nutzfahrzeuge sei ein „Schnäppchen“.

Diese Idee fanden die Kommunalpolitiker im Prinzip gut. Doch man erinnerte sich auch noch an die Proteste vor rund 20 Jahren: Damals hatte die Nähe zwischen Teich und dem neu eingerichteten Spielplatz zu einem „Aufschrei der Mütter“ gesorgt, die ihre Kinder in Gefahr sahen. Daraufhin wurde zunächst ein Zaun gebaut und später eine Hecke gepflanzt. Diese Trennung sollte auch heute noch ausreichen, argumentierte die Mehrheit der Gemeindevertretung und entschied, den Teich vom Bewuchs zu befreien und eine seichte Wasserfläche anzulegen.

So ganz sicher waren die die Kommunalpolitiker allerdings nicht – und versahen ihren Beschluss noch mit einem Hintertürchen, das sie vor Unmut schützen soll: Sollte es von den Einwohnern Proteste gegen diese Maßnahme geben, würde man Abstand nehmen.

Kritik kam anschließend von der Gemeindevertretung selbst: Auf dem Radweg an der Landesstraße 28 sei innerorts nicht überall Begegnungsverkehr gefahrlos möglich, weil private Hecken über öffentlichen Grund ragen. Wie alle anderen Gemeinden übertrug Stolk die erste Phase aller Aufgaben zum Ausbau eines schnellen Internets dem Amt und übernahm die Förderung von Jugenderholungsmaßnahmen zurück.

Beim Thema Hundesteuer hätte alles wie in den meisten anderen Gemeinden laufen können, weil die Steuersätze sich durch die neue Landesverordnung nicht ändern und nur eine Anpassung an die künftige Rechtslage nötig wurde. Doch die Stolker brachten auch eigene Ideen ein: Bei einer Gegenstimme und zwei Enthaltungen wurde beschlossen, den landeseinheitlichen Text zu verändern. Darin sind Gebrauchshunde von Forstbeamten von der Steuerpflicht befreit. In Stolk war man nun der Meinung, dass dies auch für geprüfte Jagdhunde gelten müsse, weil die Jäger mit ihnen rund um die Uhr auf und neben den Straßen eine hoheitliche Aufgabe erfüllen. In der Gemeinde wartet man nun darauf, ob es auf diesen Alleingang eine Reaktion aus Kiel gibt.

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