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Brauerei in Taarstedt : „Angeliter Bier“ auf Expansionskurs

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Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Mit einem Spätsommerfest schaut die kleine Taarstedter Brauerei morgen auf ihr erstes Jahr zurück. Die drei Gründer tragen sich schon mit Expansionsplänen.

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erstellt am 06.Sep.2013 | 07:45 Uhr

Da ist die große Weltkugel, und ziemlich weit oben, nicht weit weg von der Schlei, sticht ein einsamer roter Punkt ins Auge. Der signalisiert: Exakt an der Stelle wird das Original Angeliter Bier gebraut – in Taarstedt an der Hauptstraße 3. Diese Ortslage wird durch das gerade fertig gestellte Label auf den neuen 1-Liter-Bierflaschen der jungen Brauerei anschaulich illustriert.

Die drei Brauerei-Gründer Arne Eggert, Enrico Kleist und Ronny Kotsch konnten jetzt ihre erste Jahresbilanz präsentieren. Und das soll, wie es die Branche verlangt, nicht trocken über die Bühne gehen. Am morgigen Sonnabend ab 14 Uhr laden die Braufreunde ein zu einem Spätsommerfest, bei dem auch ihr mittlerweile differenziertes Angebot (Dunkel-, Pils-, Weizen- und Bockbier) zum Einsatz kommt. Gefeiert wird gleich neben der Brauerei auf dem Dreiseitenhof (ehemaliger Jugendhof), wo ein alter Steinbackofen aus dem 18. Jahrhundert in Gang gesetzt werden soll, um Brötchen und Brezeln zu produzieren. Zu der Melange aus Spätsommer und Bier gehört noch eines: Musik. Und die kommt von den „Wild Buffalos“, die sich aus der Mitte des Männergesangvereins Schaalby entwickelt haben, von einem Kieler Gesangsduo mit deutschsprachigen Beatsongs aus den 60er Jahren, ferner von der Rockband „Prinz Elliot“ und schließlich von der Blues-Band „Far East Experience“ mit dem früheren Schleswiger Bierhersteller Ronald Carius.

Der erste Jahresabschluss der jungen Brauerei fällt ermutigend aus. Die Botschaft von Arne Eggert: „Wir sind mit unserem Absatz sehr zufrieden.“ Obwohl wirtschaftlich gesehen das erste Betriebsjahr eine reine Berg- und Talfahrt gewesen sei, sei die Nachfrage stets größer gewesen als das Angebot – „wir haben aber nie groß Werbung gemacht“. Als Konsequenz daraus erklären die Taarstedter Bierbrauer: „Wir tragen uns deshalb mit Expansionsgedanken.“ Man wolle die bisherigen Produktionskapazitäten verdoppeln, um auch die heimische Gastronomie beliefern und den Verkauf im regionalen Einzelhandel starten zu können. Es sei regelrecht unangenehm, meint Enrico Kleist, wenn Nachfragen nach dem Angeliter Bier so oft nicht bedient werden konnten. Dies sei häufig der Fall gewesen. Derzeit sind 3000 Ein-Liter-Flaschen in Umlauf. Die Stammkunden kommen aus dem ganzen Kreisgebiet.

Ihr Ziel haben die drei Freunde, die die Brauerei nach Feierabend (und gern auch nachts) betreiben, nicht aus den Augen verloren: Nämlich dass einer von ihnen, und zwar Enrico Kleist, hauptberuflich seine Existenz mit dem Bierbrauen bestreiten kann.

Worin liegt nun für viele Konsumenten die Faszination des Eigen-Gebräus aus Angeln? Arne Eggert: „Vielleicht darin, dass es unfiltriertes Bier ist. Das hebt sich eben ab von dem Einheitsbier der großen Brauereien.“

Und wie sich das abhebt: Denn Enrico Kleist hat nicht nur nächtelang durchgebraut, um für das morgige Spätsommerfest genügend Vorrat an Bier zu schaffen. Es hat ihn getrieben, nebenher noch eine besondere Biersorte zu kreieren. Zutaten: Brauwasser, Gerstenmalz, Hopfen – und ein Hauch von Banane.

 

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