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Mord wegen Führerschein : Angeklagter war exzessiver Trinker

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Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Weil ihm der Führerschein entzogen wurde, tötete ein Mann eine Sachbearbeiterin aus Lürschau. Ein Sachverständiger beschreibt den Angeklagten als schwer vom Alkoholmissbrauch gezeichneten Mann mit eingeschränkter Urteilsfähigkeit.

shz.de von
erstellt am 03.Dez.2013 | 15:09 Uhr

Flensburg | Im Flensburger Prozess um den Mord an einer Führerscheinsachbearbeiterin hat am Dienstag ein Sachverständiger dem Angeklagten geistige Einschränkungen bescheinigt. Grund sei wohl jahrzehntelanger exzessiver Alkoholkonsum, sagte er am Dienstag vor dem Landgericht. Eine verminderte Schuldfähigkeit wegen einer krankhaften seelischen Störung sei nicht auszuschließen. Dem ehemaligen Kraftfahrer wird vorgeworfen, seine Sachbearbeiterin Ende April in ihrem Haus in Lürschau bei Schleswig erstochen zu haben, weil er sie für den Verlust seines Führerscheins verantwortlich machte.

Dem 57-Jährigen war zum zweiten Mal der Führerschein entzogen worden. Zudem hatte das 37-jährige Opfer, das einige Zeit die Nachbarin des Mannes gewesen war, ihn wegen Fahrens ohne Führerschein angezeigt. „Er fühlte sich ungerecht behandelt. Er sieht immer die Schuld nur in der Umgebung“, erläuterte der Gutachter. Durch den langjährigen Alkoholkonsum sei der Mann in seiner Urteils- und Kritikfähigkeit eingeschränkt gewesen. Es seien Hirnschädigungen eingetreten. Die Gedächtnislücke von elf Tagen rund um die Tat, die der Angeklagte geltend gemacht hatte, sei aber keine überzeugende Aussage. Auch der Tatablauf spreche dagegen. Das Verhalten sei geplant gewesen.

Der Gutachter stellte die Hypothese eines „Mitnahmesuizids“ auf, den der Mann habe begehen wollen. Der 57-Jährige hatte nach der Tat versucht, sich das Leben zu nehmen. Nach dem Führerscheinentzug, der Scheidung von seiner Frau und dem Zerwürfnis mit seinem Sohn habe er keinen Sinn mehr gesehen. „Es ist ein schlimmes Leben eigentlich, das er geführt hat.“ Diese Sichtweise bestätigte auch die Schwester des Mannes. Auch ihr gegenüber habe er gesagt, dass das Leben keinen Sinn mehr habe. Über seine Gefühle gesprochen habe er aber nicht. Eine weitere Sachverständige sagte zudem aus, DNA-Spuren unter den Fingernägeln des Opfers seien mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit dem 57-Jährigen zuzuordnen.

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