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EInbahnstrasse in Schleswig : Andersrum durch die Lange Straße?

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Weil mit dem neuen Schleswiger Krankenhaus das Verkehrsaufkommen steigt, empfehlen Gutachter eine radikale Maßnahme.

Das neue Verkehrskonzept für Schleswig macht von sich reden, kaum dass es da ist. Zwar wurde es noch nicht im Detail in den Gremien und in der Öffentlichkeit vorgestellt, aber einschneidende Vorschläge daraus – wie Tempo 30 auf fast allen Straßen – sorgten bereits im letzten Bauausschuss für Diskussionsstoff

So dürfte es auch beim Thema Lange Straße kommen. Dort muss sich nach Erkenntnissen der Verkehrsplaner etwas ändern. Mit der Einweihung der neuen Helios-Klinik wird das Verkehrsaufkommen hier deutlich steigen, meinen die Fachleute. In dem 60  000-Euro-Gutachten, das die Stadt von einem Hamburger Verkehrsplanungsbüro erstellen ließ, werden zwei Lösungsvarianten angeboten: Zum einen die Einrichtung eines verkehrsberuhigten Geschäftsbereichs in der Langen Straße (also eine Anhebung der jetzt geltenden Schrittgeschwindigkeit von unter 12 auf dann 20 Stundenkilometer) oder Vorschlag Nr. 2: die Umkehrung der jetzigen Einbahnstraßen-Regelung. Das heißt, der Verkehr würde dann vom Gallberg aus durch Lange Straße und Königstraße in Richtung Innenstadt fließen.

Ob Einbahnstraße anders herum oder verkehrsberuhiger Geschäftsbereich mit Tempo 20 – eine Entscheidung darüber steht im Raum. Die Stadtverwaltung will aber zuvor das gesamte Verkehrskonzept in der Februarsitzung des Bauausschusses zur Diskussion stellen, kündigt Rathaus-Sprecherin Antje Wendt auf SN-Anfrage an.

Jedoch hat die Stadt in den Haushaltsentwurf für 2016 bereits einige Posten für die Umsetzung einzelner Maßnahmen aus dem Verkehrskonzept untergebracht – beispielsweise 100  000 Euro für zwei sogenannte Querungshilfen am Stadtfeld zur Verbesserung des Straßenübergangs für Fußgänger und Kita-Nutzer.

Die CDU kritisiert dieses Vorgehen, sagt Fraktionsvorsitzender Holger Ley auf SN-Nachfrage und fordert: „Bitte nicht verwaltungsseitig Haushaltsmittel einplanen, deren Ausgaben wir nicht wünschen.“ Erst müsse die Stadtverwaltung eine eigene Prioritätenliste aufstellen, um Aufschluss darüber zu geben, welche Maßnahmen sie als erste aus dem Verkehrskonzept umsetzen will, meint er. Denn: „Das Verkehrsgutachten hat uns nicht so überzeugt, dass wir es in Gänze umsetzen möchten.“ Und diese Einschätzung werde seiner Meinung nach auch von den anderen Fraktionen geteilt. Ob die Lange Straße andere Verkehrsregeln bekomme, auch das gehöre mit in die Diskussion im Bauausschuss. Wenn dann Einigkeit über bestimmte Verkehrspläne herrsche, müsste deren Finanzierung über einen Nachtragshaushalt geregelt werden, betont Ley.

Die SPD hält sich indessen bedeckt. Es werde sicherlich mit dem neuen Krankenhaus Auswirkungen auf das Verkehrsaufkommen in der Langen Straße geben, sagt Fraktionschef Stephan Dose gegenüber den SN. Vorschläge zur Abhilfe werde man in besagtem Bauausschuss erörtern. Dose: „Eine abschließende Position dazu gibt es bei uns noch nicht.“

 

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erstellt am 31.Okt.2015 | 07:15 Uhr

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