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Schleswig-Flensburg : Amtsstuben im Kreishaus-Foyer

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Weil bis 2018 das gesamte Kabelnetz aus den 80-er Jahren im Schleswiger Kreishaus ersetzt wird, müssen sämtliche Mitarbeiter in Etappen ihre Büros räumen. Unterschlupf finden sie im Foyer.

Wo sonst im Kreishaus beispielsweise Ausstellungen gezeigt werden, sind derzeit Handwerker aktiv. Wände wurden im Foyer bereits eingezogen, Strom- und Datenleitungen verlegt, alte Heizkörper durch neue ersetzt. Von der einstigen Großzügigkeit des offenen Raums ist nichts mehr zu erkennen. Und wo im Rest des Foyers im ersten Obergeschoss noch Platz war, stehen Aktenschränke und warten darauf, in die neuen Büros einzuziehen. Die Arbeiten sind der sichtbare Ausdruck einer groß angelegten Modernisierungs-Aktion, die die Kreishaus-Mitarbeiter bis zum Jahr 2018 beschäftigen wird. Das Foyer wird zum Ausweicharbeitsplatz.

120 Kilometer neue Strom- und Datenkabel müssen verlegt werden, hinzu kommen Brandschutzwände und -türen. Das alles bei laufendem Betrieb. Für die Koordination dieses Projektes wurde eigens ein Leitungskreis eingerichtet. Dieser hat die Sanierungspläne mit allen Fachbereichen der Verwaltung abgestimmt, um die Beeinträchtigungen so gering wie möglich zu halten. Ein detaillierter Zeitplan gibt vor, welche Bereiche wann geräumt werden müssen, damit die Handwerker dort übernehmen können. Dazu wurde das gesamte Kreishaus Geschoss für Geschoss in Bauabschnitte eingeteilt.

Zwei Büros mit jeweils zwei Arbeitsplätzen werden im Foyer des Kreishauses eingerichtet. Sechs weitere Arbeitsplätze wurden bereits am angrenzenden Flur durch die Umsetzung von Mitarbeitern freigeräumt, damit jeder, dessen Büro mit neuer Verkabelung versehen wird, ohne Unterbrechung und mit den gewohnten Kollegen seiner Arbeit nachgehen kann. „Im schlimmsten Fall allerdings müssen 18 Arbeitsplätze gleichzeitig geräumt werden“, sagt Petra Janmieling, Betriebsleiterin für Liegenschaften beim Servicebetrieb des Kreises. Dann wird es im Foyer noch enger. Drei Wochen soll die Arbeit in jedem Abschnitt maximal dauern, so dass die Belastung für die Kreismitarbeiter sich zeitlich in Grenzen hält.

Im Sommer 2013 hatte die Politik im Kreis bereits grünes Licht für das Mammutprojekt gegeben. Im Werkausschuss war man sich einig, dass an einer Modernisierung der Leitungsnetze, die im Laufe der Jahrzehnte immer wieder erweitert wurden und so zu einem vollkommen uneinheitlichen und zum Teil chaotischen Durcheinander verknüpft sind, kein Weg vorbei geht. Das stammt alles aus den 80-er Jahren, ist zum Teil porös und auf jeden Fall störanfällig, so Janmieling. Schon vor drei Jahren stürzen nach Angaben der Verwaltung Rechner ab, weil sie den normalen Datenverkehr nicht mehr bewältigen konnten. Der damalige Servicebetrieb-Werkleiter und heutige Chef der Abfallwirtschaftsgesellschaft ASF, Lutz Döring, summierte Defizite in den Netzwerkleistungen, aber auch im Telefonnetz und bei der Elektroverkabelung sowie beim Brandschutz auf. Ausschuss-Vorsitzender Holger Zschiesche gab dann die Marschrichtung vor: „Wir verlangen eine leistungsfähige Verwaltung, dann müssen wir auch in diesen sauren Apfel beißen!“

Dieser „saure Apfel“ kostet den Kreis nach neuesten Berechnungen rund 3,1 Millionen Euro. Davon entfallen nach Angaben Janmielings 1,2 Millionen auf den Brandschutz. Um ihn zu gewährleisten, wurde das Kreishaus in sogenannte Brandschutzabschnitte eingeteilt, die jeweils mit Sicherheitstüren und verstärkten Wänden versehen werden, damit sich ein Feuer im Brandfall nicht durchs Gebäude fressen kann.

Die Arbeiten an Strom- und Datenleitungen sowie zur Verbesserung des Brandschutzes laufen zeitgleich. Begonnen wird in diesem Jahr im 3. und 4. Obergeschoss, es folgen im kommenden Jahr die Geschosse 1 und 2, bevor sich die Handwerker im Jahr 2018 an Erdgeschoss und vor allem den Altbau des Kreishauses wagen. „Das“, sagt Janmieling, „wird mit Sicherheit der spannendste Abschnitt.“

 

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erstellt am 17.Jun.2016 | 07:39 Uhr

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