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Schleswiger Nachrichten

13. Dezember 2017 | 16:30 Uhr

Böklund : Amt Südangeln unter Zeitdruck

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Amtsvorsteher Edgar Petersen und Amtsdirektor Heiko Albert wollen die Kindertagesstätten bis Ende März neu strukturieren. Auch die Umstellung auf Doppik und die Umsetzung der Amtsordnung werden angepackt.

shz.de von
erstellt am 18.Jan.2014 | 07:45 Uhr

Es gibt einen neuen Amtsvorsteher und erstmals einen hauptamtlichen Amtsdirektor. Edgar Petersen und Heiko Albert wollen im Amt Südangeln in diesem Jahr viele Dinge anpacken.

Das zeitlich dringendste Thema ist die Neuordnung der Kindertagesstätten im südlichen Bereich – dem ehemaligen Amt Tolk – nach Auflösung des Kindergartenverbandes im Dezember (wir berichteten). „Da müssen wir jetzt in die Umsetzung“, meint Albert. Dazu seien Verträge zwischen den Trägern und – falls gewünscht – den Gemeinden notwendig. Dieses Thema möchte er bis Ende März erledigt haben. Schlüsselfigur in diesem Prozess ist die Gemeinde Tolk, die entscheiden muss, ob sie die Kindertagesstätte am gleichen Ort erhalten oder mit der Einrichtung in das Schulgebäude umziehen will. „Ende Januar sollen dazu alle Zahlen auf den Tisch kommen“, kündigt Albert an.

Das nächste Thema, das einen gewissen Termindruck ausübt, ist die Umsetzung der Amtsordnung, die bis Ende des Jahres abgeschlossen sein muss. Bis dahin dürfen nur noch fünf Aufgaben der Gemeinden auf das Amt übertragen sein. Zurzeit sind es noch neun. „Zur Hauptausschusssitzung Ende Februar wollen wir ein Konzept vorlegen, wie man das gestalten kann“, sagt Albert, und Petersen ergänzt: „Wir sind fest davon überzeugt, dass diese Reduzierung zu verwirklichen ist.“ Viele Aufgaben könne man durch öffentlich-rechtliche Verträge zwischen den Gemeinden regeln. Das sollte im ersten Halbjahr erledigt sein.

Auch die Umstellung von der Kameralistik auf die Doppik ist nach wie vor ein großes Thema. Die Vorbereitungen dafür laufen bereits seit mehreren Jahren. „Ich bin sicher, dass wir das zum 1. Januar 2016 machen können“, ist der Amtsdirektor zuversichtlich. Ein guter Teil der Vermögenserfassung sei abgeschlossen. Doch man wolle nicht blind in diese neue Form der Haushaltsführung hineinlaufen. „Wir legen den Schalter erst auf Doppik um, wenn jeder weiß, was er tut“, erklärt Albert kategorisch. Er verweist auf andere Ämter, die nach mehreren Jahren immer noch keine Jahresabschlüsse machen können, weil ihnen die Eröffnungsbilanz fehlt. Auch müsse man das Ehrenamt schulen, damit die Gemeinden auch nach der Umstellung wüssten, wie viel Geld sie tatsächlich zur Verfügung haben.

Auch bei den Schulen muss sich etwas bewegen. Denn zurzeit gibt es die Böklunder Auenwaldschule, deren Träger ein Schulverband ist. Unter ihrem Dach sind eine Grundschule und eine Regionalschule untergebracht, die in Kürze zur Gemeinschaftsschule umgewandelt wird. Im Süden des Amtes liegt die pädagogische Arbeit in Händen der Boy-Lornsen-Schule, die an drei Standorten Grundschulausbildung anbietet und von einem Ausschuss des Amtes getragen wird. „Mein Ziel ist es, einen Gesamtschulverband Südangeln einzurichten“, erklärt der Amtsvorsteher. Er wisse nicht, ob das gelingt. Aber er werte es schon als Erfolg, dass dieser Vorschlag bei der gemeinsamen Sitzung der südlichen Gemeinden nur beschmunzelt und nicht lautstark verteufelt worden sei.

Ein weiteres Thema sind die Schulkostenbeiträge für Schüler, die außerhalb des Amtes zur Schule gehen. „Einige unserer Gemeinden mussten ihre Realsteuern erhöhen, da sich die Schulkostenbeiträge verdoppelt haben“, erklärt Albert. Hier sei vor allem der Umgang mit der Stadt Schleswig sehr schwierig. Bereits seit 2012 sei hier eine Endabrechnung offen. Auch müsse man gemeinsam mit den anderen anliegenden Ämtern Absprachen treffen, wie man mit diesem Thema umgeht und wie dies in die Investitionsplanung einbezogen werden kann. Sonst würden sich die Ämter zu zahlenden Zuschauern entwickeln, so Albert.

Übereinstimmend sind die beiden Amtsspitzen für ein Jugendfeuerwehrzentrum in Tolk. Denn zurzeit residiert die südliche Jugendfeuerwehr noch in Containern am Kindergarten Taarstedt, die aber vielleicht im Rahmen der Kindergartenneuordnung wieder für den vorherigen Zweck genutzt werden. Die nördliche Jugendfeuerwehr sucht immer noch nach einer Heimat. In der Gemeinde Tolk werden je nach Entscheidung der Gemeinde Räume im Kindergarten oder in der Schule frei. „Für diese Lösung müssen natürlich beide Jugendfeuerwehren Kompromisse eingehen“, erklärt Albert, der diesen Vorschlag auch schon auf der Wehrführerdienstversammlung des Amtes gemacht hat. Eine Lösung sei auf jeden Fall notwendig. Denn die Gemeinden müssten auch etwas für den Nachwuchs tun. Die Personalsituation würde angesichts der demografischen Entwicklung nicht besser werden. Und Brandschutz sei eine Pflichtaufgabe der Gemeinden, die diese nicht einfach einstellen können.

Auch wolle man sich bei der Aktivregion für die nächste Förderperiode wieder für das Regionalmanagement bewerben. Das exakte Engagement müsse aber noch im Amtsausschuss geklärt werden.

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