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Zukunft des Danewerks : Amt Haddeby fühlt sich übergangen

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Gespräche zwischen Kreis und Sydslesvigsk Forening: Haddeby setzt auf ein gemeinsames Vorgehen.

Ein Artikel der SN sorgte für dicke Luft im Amtsausschuss Haddeby. Der Bericht über die Idee des Kreises, das Kulturdenkmal Danewerk mit Waldemarsmauer, Thyraburg und Schanze XIV an den Sydslesvigsk Forening (SSF) zu verschenken, sorgte bei den Vertretern für einen Aufschrei.

Für den Kreis, der Eigentümer der sanierungsbedürftigen Festungsanlage aus dem Mittelalter ist, stellt dessen Erhaltung und Wartung einen erheblichen Kostenfaktor dar. In der Hoffnung, einen Teil der Kosten einsparen zu können, wurde der Gedanke diskutiert, knapp 1,5 Kilometer Danewerk der kulturellen Organisation der dänischen Minderheit in Deutschland zu übereignen. Eine Idee wurde von den deutsch-dänischen Partnern besprochen, um gemeinsame Wege zum Erhalt des Kulturerbes zu finden.

Haddebys Amtsvorsteher Frank Ameis äußerte nun seinen Unmut darüber, dass er diese explosive Nachricht aus der Zeitung erfahren musste. „Und das berechtigt. Man hätte sich vorher gemeinsam an einen Tisch setzen müssen“, sagte Ameis in der jüngsten Sitzung des Amtsausschusses.

Dass das Danewerk für die Zukunft erhalten werden muss, darüber waren sich Haddebys Vertreter und auch Nis Hardt, Leiter des Danewerkmuseums, einig. „Wenn man die Waldemarsmauer nicht jetzt restauriert, dann verlieren wir sie für immer“, stellte Ameis fest.

„Es tut mir leid, dass das Gespräch mit dem SSF-Vorsitzenden Christiansen und dem Landrat wie eine Bombe eingeschlagen hat. Es war ein Versuch, eine Idee, sich als Partner an den großen Kosten zu beteiligen. Aber noch sind das alles ungelegte Eier“, sagte Museumsleiter Hardt, der jedoch deutlich machte, dass für ihn weder das Geld noch die Besitztumsrechte des gemeinsamen Kulturdenkmals im Vordergrund stehen. „Es stimmt mich traurig, dass es wieder nur um deutsch und dänisch geht. Wir haben gezeigt, dass wir an dieser Stelle eine gemeinsame deutsch-dänische Geschichte haben und das auch so verstehen. Wir wollen niemandem etwas wegnehmen, sondern unsere Hilfe anbieten.“

Der Däne, der sich selbst als Schleswig-Holsteiner sieht, könnte sich eine gemeinsame Stiftung vorstellen, um die Zukunft des gewaltigen Denkmals zu sichern. Ein erster Schritt könnte seiner Meinung nach ein deutsch-dänisches Volksfest sein – als Symbol für ein freundschaftliches Miteinander. „Es geht nicht darum, jemandem etwas wegzunehmen. Es wäre sehr schön, wenn wir sagen können, hier ist unsere gemeinsame Geschichte. Der Krieg von 1864 ist hier beendet worden“, betonte Hardt. Die gute und freundschaftliche Zusammenarbeit bestätigte auch Dannewerks Bürgermeisterin Anke Gosch: „Und das soll auch so bleiben.“

Um die Schäden und Veränderungen am mittelalterlichen Bauwerk zu analysieren, wird im Juni und im Herbst eine archäologische Scan-Aufnahme eingeholt. Die jüngsten Arbeiten hatten 26  000 Euro verschlungen, davon zahlte das Amt Haddeby 6000 Euro. „Mit dem Geld kommen wir diesmal nicht mehr hin“, sagte Ameis. „Wir setzen uns gemeinsam an den Tisch und dann sehen wir, was wir machen können. Gemeinsam bekommen wir die Kuh vom Eis.“

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