Kreis kündigt Prüfung an : Amphibien stoppen Wanderweg

Wer Richtung Gottorf möchte, muss links über das Grundstück des „Zollhauses“ ausweichen.
Wer Richtung Gottorf möchte, muss links über das Grundstück des „Zollhauses“ ausweichen.

Die neue Verbindung zwischen dem Lollfuß und Schloss Gottorf endet abrupt an einem Graben.

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28. Mai 2018, 07:00 Uhr

Dort, wo viele Jahre das Hotel „Stadt Hamburg“ vor sich hin bröckelte, hat sich in den vergangenen Monaten einiges getan. Inzwischen steht hier, an der Ecke Flensburger Straße/ Lollfuß, Schleswigs größtes Senioren- und Pflegeheim. Die ersten Bewohner sind kürzlich eingezogen (wir berichteten) und die Arbeiten an den Außenanlagen der Einrichtungen befinden sich in den letzten Zügen. Auch der Wanderweg, der südlich des Hauses als Verlängerung des Lollfußes Richtung Schloss führen soll, sieht von der Straße aus schon fertig aus. Wer ihn allerdings geht, wird schnell feststellen, dass dies nicht der Fall ist.

Denn nach nicht einmal 100 Metern ist Schluss. Rot-weiße Absperrzäune stehen hier. Spaziergänger, die weiter Richtung Gottorf wandern möchten, müssen links über das Grundstück des Hotel-Restaurants „Zollhaus“ und dann weiter über den Schleihallen-Parkplatz ausweichen. Das Problem: Dort, wo der Weg eigentlich weitergehen sollte, befindet sich ein Graben, in dem möglicherweise Amphibien leben. Ob dieser zugeschüttet werden kann, das muss die Untere Naturschutzbehörde des Kreises klären.

Es habe bisher aber erst ein Vorgespräch gegeben, in dem es um diesen Graben ging, erklärt Kreis-Sprecherin Martina Stekkelies auf Nachfrage. Nun müsse unter anderem aus Artenschutzgründen geprüft werden, ob dieser aufgefüllt und dann darauf ein Weg gebaut werden kann.


Umweg über das „Zollhaus“-Grundstück

Bei der Stadt Schleswig musste man deshalb umdenken. Der bereits angefangene Weg endet nun zwar vor dem Graben. Man konnte sich aber mit den Betreibern des „Zollhauses“ darauf einigen, dass die Fußgänger über dessen Grundstück weitergehen dürfen, wie Rathaussprecher Eric Gehrke erklärt. Der Umweg solle allerdings nur eine Zwischenlösung sein. Denn man ist weiter optimistisch, dass der geplante Wanderweg mit etwas Verspätung im kommenden Herbst fertiggestellt werden kann, „tendenziell in den Monaten Oktober und November“, wie Gehrke betont.

Das Grundstück, auf dem der halbfertige Wanderweg verläuft, befindet sich bereits im Besitz der Stadt Schleswig. Der noch abgesperrte Bereich gehört den Betreibern der Seniorenresidenz. Dieser wurde der Stadt zur Verfügung gestellt, um dort auf eigene Kosten den Weg Richtung Schloss zu bauen. Die Kosten für die Realisierung belaufen sich auf rund 107 000 Euro.

Viele Schleswiger haben sich insbesondere auf diese neue Verbindung zwischen Stadt und Gottorf gefreut. Auch Politik und Verwaltung haben bei den Verhandlungen über die Baupläne für das Seniorenheim immer wieder darauf gepocht, diesen Weg einrichten zu können.

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