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Schleswiger Nachrichten

21. November 2017 | 16:56 Uhr

Esgrus : Amateurfilmer zeigen ihren Erstling

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Die Gruppe „HawophilM“ hat „Geschenkt“ im Gasthaus Grünholz erstmals der Öffentlichkeit präsentiert. Der Experte Ulrich Ehlers zeigte sich mit dem zwölfminütigen Kurzfilm zufrieden.

Irgendwo in Angeln, tiefschwarze Nacht. Zwei dunkle Gestalten schleichen um ein Haus, öffnen gewaltsam einen Schuppen – und verschwinden mit zwei Fahrrädern. So beginnt das Erstlingswerk der Filmgruppe „HawophilM“ um Wolfgang Philipp aus Mohrkirch, die Generationen übergreifend Menschen vereinigt, die Lust dazu haben, gemeinsam kreativ zu sein und die sich alle ihren Begabungen entsprechend einbringen. Die Vorpremiere, die jetzt im Gasthaus Grünholz in Esgrus stattfand, stieß bei Nachbarn, Bekannten und anderen Interessierten auf ein breites Echo. Die Gruppe ist auf zehn Mitglieder angewachsen, hatte sich auf Initiative von Wolfgang Philipp vor einem Jahr das erste Mal getroffen.

Zwölf Minuten lang ist das erste Werk mit dem Titel „Geschenkt“. „Die Filmidee ist gut“, meinte Experte und Scheersberg-Urgestein Ulrich Ehlers, der sich 40 Jahre lang mit dem Thema Film beschäftigt hat. Ja, die Idee ist gut, wird durch einen flotten Schnitt umgesetzt und sorgt so dafür, dass keine Längen entstehen – im Gegensatz zu dem Film, den der frühere Lehrer Wolfgang Philipp vor acht Jahren als Lehrer einer Badener Schule mit seinen Schülern gedreht hat und der im Anschluss an „Geschenkt“ präsentiert wurde.

Ein Jahr kreative Arbeit für zwölf Minuten Spannung mit einem überraschenden Ende: Sechs Tage war rund um Mohrkirch gefilmt worden. Da musste Jungdarsteller Niklas Wacker sein Zimmer zur Verfügung stellen, damit dort einen Tag lang Szenen aufgenommen werden konnten, die am Schluss jedoch der Schere zum Opfer fielen. Ein Jahr kreative Arbeit, das bedeutete nicht nur drehen und bearbeiten, sondern auch Zeit zum Kennenlernen, Ideen zu sammeln – nach dem Motto: „Passen wir überhaupt zusammen?“

Bemerkenswert ist an dieser ganzen Arbeit der Mut – zu schneiden, Szenen rauszuwerfen und trotzdem den Faden nicht zu verlieren. Das ist dieser Filmtruppe gelungen. Es ist ein Erstlingswerk, da waren sich die Zuschauer einig, das Anerkennung verdient. Ein Zuschauer brachte abseits der technischen Feinheiten aber noch einen Aspekt ein, der genauso wichtig ist und den Ulrich Ehlers vorbehaltlos unterstützte: Der Film sei eine Hommage auf verlorengegangene Aktivitäten in den Dörfern, könne zur Belebung beitragen.

Die zwölf Minuten Film haben den Akteuren aber auch die Grenzen ihrer Arbeit deutlich gemacht. Wer in diesem Metier arbeiten und seine Sache gut, ja halbwegs professionell machen wolle, brauche nicht nur engagierte Menschen. „Filme machen ist teuer“, weiß Wolfgang Philipp. Alleine die Leihgebühr für eine professionelle Kamera betrage 200 Euro am Tag – da müsse fix gedreht werden. Dass Philipp der Motor dieser Kreativgruppe ist, wurde den Besuchern der Vorpremiere schnell deutlich, da dieser versuchte, sämtliche Fragen zu beantworten. Als ein Zuschauer ihn direkt ansprach, kam jedoch auch Regisseur Michael Zemlin zu Wort. Klar wurde an diesem Abend: Hier haben sich Menschen gefunden, die Lust haben, Filme zu machen – und das nächste Ziel haben sie schon ins Auge gefasst. Dass dazu auch ein Filmfestival in Mohrkirch gehören soll, deutete Wolfgang Philipp schon an.

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Am Sonntag, 25. Mai, wird der Film „Geschenkt“ ab 11 Uhr im Rahmen einer Matinee als offizielle Premiere im Capitol-Kino in Kappeln gezeigt.


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