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Schleswiger Nachrichten

24. Oktober 2017 | 06:40 Uhr

Parkplätze : Am Schleswiger Bahnhof wird es eng

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Parkplätze am Bahnhof sollen dem Bau der neuen Friedrichsberger Feuerwache weichen. Die Verhandlungen um Ersatzfläche stocken

von
erstellt am 26.Okt.2015 | 19:14 Uhr

Wenn im kommenden Mai die ersten Maschinen anrücken, um am Karpfenteich die neue Friedrichsberger Feuerwache zu bauen, dann werden sich viele Bahnreisende umstellen müssen. Schließlich parken bisher täglich Dutzende Pendler ihre Autos auf dem brach liegenden Gelände an den Gleisen, das für die Feuerwache vorgesehen ist. Die rund 50 offiziellen Parkplätze am Bahnhof sind tagsüber meist belegt.

„Durch den Bau der Feuerwache könnten Engpässe enstehen“, fürchtet Malte Bischoff vom Fahrgastverband Pro Bahn. Grundsätzlich begrüße er es zwar, wenn möglichst viele Schleswiger schon auf dem Weg zum Bahnhof öffentliche Verkehrsmittel nutzen und dann keine Auto-Stellplätze brauchen, „aber die Parkplatznot könnte dazu führen, dass weniger Menschen als bisher mit der Bahn fahren“. Bischoff verweist außerdem auf die Pläne des Unternehmensberaters aus Freiburg, der vor gut zwei Jahren das Bahnhofsgebäude gekauft hatte und es zu einem Veranstaltungshaus umbauen möchte. „Für die Besucher dieser Veranstaltungen braucht man ja auch Parkplätze“, sagt Bischoff.

Das Schleswiger Bauamt hat schon vor Jahren einen Plan zur Lösung des Problems vorgelegt: Jenseits der Bahnschienen soll ein neuer Parkplatz entstehen, direkt am Gleis 3, von dem die Züge in Richtung Hamburg und Kiel abfahren.

Das Gelände gehört der Bahn AG. Alte, seit vielen Jahren nicht mehr genutzte Schienen verschwinden dort unter Gestrüpp. Die Stadt würde das Areal gern kaufen, kann sich aber mit der Bahn nicht über die Modalitäten einigen. Unter anderem geht es um die Frage, wer für die Schadstoffsanierung aufkommt. „Die Bahn AG ist ein harter Verhandlungspartner“, weiß Bischoff. „Möglicherweise muss die Stadt in den sauren Apfel beißen und für die Sanierungskosten selbst aufkommen.“

„Derzeit gibt es keine alternative Lösung, sollte es mit dem Parkplatz nicht rechtzeitig klappen“, sagt Rathaus-Sprecherin Antje Wendt. Die leichte Schadstoffbelastung stammt aus der Zeit, als das Gelände für den Güterumschlag genutzt wurde. Einst zweigte hier die Schleswiger Kreisbahn in Richtung Kropp und Friedrichstadt ab.

Von der Bahnhofstraße aus wird der neue Parkplatz nicht direkt zu erreichen sein. Der Bahnübergang am Karpfenteich ist seit einem Jahr geschlossen. Die Autofahrer werden den Parkplatz also über den Kolonnenweg oder die schmale Wohnstraße Melkstedtdiek ansteuern müssen. Pläne, von der Eisenbahn-Unterführung am Husumer Baum aus eine Zufahrt zum Parkplatz zu bauen, waren schnell wieder verworfen worden. Zu teuer.

Als das Bauamt vor drei Jahren die ersten konkreten Pläne für den neuen Park-and-Ride-Parkplatz vorlegte, war von einem Kaufpreis von 70  000 Euro für 11  000 Quadratmeter die Rede. Für die gesamten Parkplatz-Bauarbeiten sind im Haushaltsentwurf für das kommende Jahr 350  000 Euro vorgesehen – ohne Kosten für die Schadstoffsanierung.

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