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Schleswiger Nachrichten

13. Dezember 2017 | 01:27 Uhr

Schausende : Am Leuchtturm geht die Angst um

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Einbruchserie beunruhigt Anwohner / Täter fahren mit Lieferwagen vor und rauben seelenruhig mehrere Häuser aus.

shz.de von
erstellt am 09.Mär.2016 | 15:38 Uhr

Mit den Einbrechern kam die Angst. Der Glücksburger Stadtteil Schausende ist ein abgeschiedenes Idyll. Blick ich auf den Leuchtturm, viel Grün, die Förde vor der Haustür. Das gilt insbesondere für die Straße Am Leuchtturm. Doch dieses Idyll ist empfindlich getrübt. Nachdem am Wochenende mehrere Einfamilienhäuser ausgeraubt wurden, sind die Anwohner um ihren Schlaf gebracht.

Sonnabend, 20.30 Uhr. Ein Hauseigentümer, der seinen Namen öffentlich nicht nennen will, kommt nach Hause. Bis heute weiß er nicht, ob er die Einbrecher gestört und zu einem vorzeitigen Rückzug gezwungen hat. „Ansonsten wäre vielleicht noch viel mehr gestohlen worden“, sagt er – immer noch schockiert. Er zeigt auf PC und Flachbildfernseher – beides wurde nicht angerührt.

Aber auch so ist es schon schlimm genug. Nachdem der Versuch, die Haustür aufzuhebeln, scheitert, werfen die Täter die rückwärtig gelegene Terrassentür mit einem schweren Pflasterstein ein, durchwühlen das ganze Haus: Schränke, Schubladen, jeden noch so kleinen Behälter. Selbst in den Kulturtaschen vermuten die Täter fette Beute. Die ist ihnen gewiss: Sie nehmen Schmuck und Bares mit. Gesamtwert: etwa 4000 Euro. „Sie haben sich von nichts aufhalten lassen“, sagt der Bewohner, „selbst vom grellen Licht nicht, dass vom Bewegungsmelder aktiviert wurde.“

Besonders bitter: Ein Nachbar beobachtet, wie ein dunkler Pick up und ein weißer Kastenwagen der Marke Ford auf der Auffahrt des betroffenen Hauses stehen – er geht von netten Gästen aus, nicht aber von ungebetenem Besuch. So ist es dem Hausbesitzer vorbehalten, die 110 anzurufen. „Die Polizei“, berichtet er, „brauchte etwa eine halbe Stunde, sie war noch mit einem weiteren Einbruch in der Straße beschäftigt.“

Ein paar Meter weiter drangen die Täter in ein leer stehendes Reetdachhaus ein, das überwiegend als Feriendomizil genutzt wird. Dort kam lediglich ein Laptop abhanden. Während in einer gestern veröffentlichten Pressemitteilung der Polizei von lediglich zwei Taten die Rede ist, sollen die Beamten vor Ort geäußert haben, dass es sich bereits um den fünften Einbruch an einem einzigen Tag gehandelt habe. Ein Nachbar berichtet zudem, dass gestern von einem VW die Kennzeichen demontiert worden sein sollen. Diese Auskünfte ließen sich gestern nicht verifizieren, da ab 16 Uhr weder die Polizeistation in Glücksburg, die Pressestelle in Flensburg noch die Leitstelle in Harrislee für Auskünfte zur Verfügung standen.

Die Täter sind mit großer Dreistigkeit und offenbar in aller Seelenruhe vorgegangen. Selbst die Tatsache, dass die Straße Am Leuchtturm zu einer Sackgasse wird und somit der Fluchtweg erschwert wird, hat sie nicht gestört. „Wir müssen jetzt irgendwie damit fertig werden“, sagt der Hausbesitzer und blickt auf die Notverglasung seiner Terrassentür. Besonders seine Frau sei kaum zu beruhigen, zumal das Ehepaar vor Jahren schon einmal Opfer eines Einbruchs wurde. Schon damals manifestierten sich die psychischen Probleme nach dem Eindringen in die Privatsphäre – unabhängig vom materiellen Verlust. „Ich kann ihr ja versichern, dass sich so etwas in unserem Haus bestimmt nicht wiederholen wird,“ sagt der Ehemann, „aber ich fürchte, das wird sie kaum trösten.“

Die Kriminalpolizei Flensburg sucht nun nach Zeugen, die im Bereich der Straße Am Leuchtturm verdächtige Personen oder Fahrzeuge gesehen haben und diese beschreiben können. Hinweise werden an die Telefonnummer 0461-4840 erbeten.



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