Schleswig : Altes Hertie-Haus: Jetzt kommt der Riesenbohrer

Baggerfahrer Waldemar Eitner gräbt ein großes Loch in die Westwand des ehemaligen Kaufhauses.
Baggerfahrer Waldemar Eitner gräbt ein großes Loch in die Westwand des ehemaligen Kaufhauses.

Bevor das Haupthaus des Hertie-Komplexes abgerissen werden kann, muss der Hang abgesichert werden.

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09. August 2018, 07:00 Uhr

Schleswig | Dass der Abriss des alten Hertie-Kaufhauses in Schleswig keine Routine-Arbeit ist, kann inzwischen auch jeder Laie sehen. Seitdem das mittlere Gebäude des Komplexes vom Bagger platt gemacht wurde, ist der gewaltige Höhenunterschied zwischen dem Stadtweg im Süden des Geländes und der Michaelisallee im Norden besonders deutlich zu sehen.

Von oben aus ist der Höhenunterschied runter zum Stadtweg besonders gut zu sehen.
Sven Windmann
Von oben aus ist der Höhenunterschied runter zum Stadtweg besonders gut zu sehen.
 

„Das sind bestimmt zwei Stockwerke Unterschied“, sagt Björn Sothen vom Projektentwickler BIG-Städtebau, der die Innenstadtsanierung (zwei Drittel der Kosten übernehmen Land und Bund) koordiniert. In deren Rahmen fällt auch der Abriss der Hertie-Häuser – der immer mehr Konturen annimmt.

Der Anfang vom Ende von Hertie in Schleswig.
Sven Windmann

Der Anfang vom Ende von Hertie in Schleswig.

 

Zurzeit sind die Mitarbeiter des Abbruchunternehmens Peter Glindemann dabei, ein riesiges Loch in die Westwand des Haupthauses zu schlagen und dort gleichzeitig eine Rampe ins Untergeschoss zu bauen. Über die soll demnächst ein tonnenschweres Ankerbohrgerät nach unten rollen. Das wiederum wird mehrere sogenannte Litzenanker aus Stahl in den Hang bohren, an deren Enden Beton eingespritzt wird. Gleichzeitig bleibt die hintere Wand des Gebäudes, die mit den Ankern verbunden sein wird, bis auf Geländehöhe stehen.

Untergeschoss wird mit Flüssigboden geflutet

„Das sind Sicherungsmaßnahmen, damit hier nichts ins Rutschen gerät, wenn das schwere Haus darüber abgerissen wird“, erläutert Sothen. Passend dazu werden in den kommenden drei Wochen große Teile des Untergeschosses mit Flüssigboden geflutet, damit der Baukörper vom Grundwasser nicht nach oben gedrückt wird.

So sah das Gebäude vor dem Abriss von Innen aus.
Sven Windmann
So sah das Gebäude vor dem Abriss von Innen aus.
 

Bis jetzt laufe alles nach Plan, sagt Bauleiter Jörn Wiese. Dennoch werde das zuvor formulierte Ziel, mit dem Abriss des Haupthauses noch im August anzufangen, wahrscheinlich nicht zu erreichen sein. Die Sicherung des Hanges habe Vorrang. Erst wenn diese komplett abgeschlossen ist, könnten die Bagger loslegen. Das, so Wiese, könnte Ende September der Fall sein.

Bis dahin wird auch geklärt sein, wann und wie der ehemalige Waschsalon an der Moltkestraße abgerissen wird. Man sei zwar bereits in der Planung, sagt Björn Sothen. Aber zurzeit nutze das Abbruchunternehmen den Innenhof des Hauses noch als Platz für mehrere Baucontainer. „Noch brauchen wir sie dort. Wir müssen sehen, wann der Abriss des Hauses Sinn macht. Da muss man das Gesamte im Auge behalten. Aber das wird schon“, sagt Bauleiter Wiese.

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