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Carsten-Peter Brodersen : Alter Hase mit breitem Kreuz

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Mit seinem Wahlkampf will Carsten-Peter Brodersen (FDP) vor allem eines erreichen: Die Menschen. Diese müssten ermutigt werden, wählen zu gehen. Für ihn zählt vor allem der Freiheitsgedanke: Jeder Mensch müsse sich frei entfalten können – dafür stehe die FDP.

shz.de von
erstellt am 13.Sep.2013 | 08:00 Uhr

Wer wird Nachfolger von Wolfgang Börnsen als direkt gewählter Bundestagsabgeordneter im Wahlkreis 1 Flensburg/Schleswig? Unsere Zeitung stellt die Kandidaten vor. Heute: Carsten-
Peter Brodersen (FDP).

Irgendwie war er schon immer da, im Kreis Schleswig-Flensburg. Seit den 80er Jahren mischt Carsten-Peter Brodersen in der Politik mit, erst im Gemeinderat, später als Bürgermeister und Landtagsabgeordneter. Seit 2003 ist er FDP-Kreisvorsitzender, seit 2008 auch Fraktionsvorsitzender der FDP im Kreistag. Den Bundestag aufmischen, sagt der 56-Jährige, werde er aber wohl nicht. Zwar tritt er gerade im Wahlkreis 1 Flensburg/ Schleswig als Bundestagskandidat der FDP an, doch der frühere Landwirt, der seit 2008 in Fahrdorf lebt, ist Realist: „Es wäre utopisch zu glauben, dass das etwas wird.“

Dass er zurzeit fast täglich von einem Termin zum nächsten hetzt, sei aber dennoch keineswegs umsonst, denn im Wahlkampf könne man die Menschen erreichen, ihnen viel vermitteln. „Es ist wichtig, viele Menschen zum Wählen zu bringen“, betont Brodersen. „Man muss ihnen erklären, welch ein Glück wir haben, in einer Demokratie zu leben, dass man wählen gehen muss, um die Demokratie aufrecht zu erhalten.“

Einen bedeutenden Teil seiner Biografie nimmt die Landwirtschaft ein. Brodersen, der seit 34 Jahren verheiratet ist, drei erwachsene Kinder und drei Enkel hat, wurde in Süderhackstedt bei Eggebek geboren. In dem kleinen Dorf war er von 1981 bis 2008 Landwirt, betrieb den elterlichen Hof mit Schweinemast und Milchvieh, und nebenbei noch Ackerbau auf einem von den Schwiegereltern übernommenen Hof bei Niebüll. Vor fünf Jahren aber verkauften er und seine Frau das Anwesen in Süderhackstedt, gaben die Landwirtschaft auf und zogen nach Fahrdorf an der Schlei. Brodersen verließ das Dorf, in dem er 51 Jahre lang lebte, in dem er von 2003 bis 2008 Bürgermeister war. „Ich hatte einen sicheren Platz auf der Landesliste, da haben wir uns entschieden auszusteigen“, sagt er rückblickend. Das sei ein schwerer Schritt gewesen, „aber in Fahrdorf fühlen wir uns auch sehr wohl“.

Brodersen, der sein Landtagsmandat bei der Wahl 2012 wieder verlor, ist zwar kein Landwirt mehr, sondern Sales-Manager bei „Farmatic“ in Nortorf. Doch er trägt die Landwirtschaft weiter im Herzen – und hebt das Thema auf die politische Bühne. „Landwirte werden mit so vielen Vorwürfen konfrontiert, es ist schlimm, was da gerade passiert. Deshalb ist es mir ein Hauptanliegen, für sie zu kämpfen.“

Brodersen hat in über 30 Jahren viele politische Ebenen kennen gelernt – zur Politik gekommen sei er aber „im Grunde wie die Jungfrau zum Kinde“. Nicht eine Bushaltestelle habe es für seine Kinder in Süderhackstedt in den Achtzigern gegeben – damit fing alles an. Er trat dem Gemeinderat bei, war fortan aktiver Vertreter bis hin zum Bürgermeisteramt. Mitglied der FDP ist er erst seit dem Jahr 2000. „Vorher war ich parteilos. Dann habe ich festgestellt, dass nur die FDP für mich in Frage kommt – obwohl es Tradition bei vielen Landwirten ist, die CDU zu wählen.“

Die FDP stehe für den Freiheitsgedanken, für freie Entscheidungen, das habe ihn überzeugt. „Vorschriften, was wir wann essen dürfen, das widerstrebt mir völlig“, sagt er in Bezug auf den von den Grünen vorgeschlagenen obligatorischen Veggie-Day, spricht von einer Verbotskultur, die in die falsche Richtung gehe. „Wir haben doch eine hochintelligente Jugend, die ihr Leben selbst bestimmen kann. Jeder Mensch muss sich frei entfalten und für sich entscheiden dürfen – und dafür steht die FDP“, betont er. Jetzt streite er dafür, „dass kompetente Politiker aus Schleswig-Holstein wie Wolfgang Kubicki in den Bundestag einziehen“. Sehr gern, sagt er, hätte er noch eine Periode im Landtag mitgemacht, denn: „Das war eine tolle Erfahrung, da geht es auch mal härter zu als in der Kommunalpolitik.“

Überhaupt müsse man als Politiker ein breites Kreuz haben. Brodersen schaut sich auf die Schultern, lacht. „Das habe ich ja naturgemäß schon.“



Morgen: Marlene Löhr (Die Grünen)


Am Dienstag, 17. September, lädt unsere Zeitung die Direktkandidaten ab 18.30 Uhr zur Diskussion in die Flensburger Phänomenta ein. Der Eintritt ist frei.

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