zur Navigation springen

FKKZ Schleswig : Alter Bauhof als Hoffnungsschimmer

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Das Kulturzentrum FKKZ muss seine Räume auf der Schleswiger Freiheit bis zum Sommer verlassen – jetzt ist Rettung in Sicht. Die Punkrocker von Turbostaat haben die neue Location schon besichtigt.

Die Punkrocker von „Turbostaat“ haben ihn sich gestern schon einmal von außen angesehen – den alten Bauhof am Holmer Noorweg, für den die Stadt schon seit acht Jahren keine Verwendung mehr hat. Hier könnte das FKKZ schon im Sommer ein neues Zuhause finden. Dann wäre das Aus für das freie Kulturzentrum, das im Laufe der letzten neun Jahre auf der Freiheit entstanden ist, im letzten Augenblick abgewendet. Die Musiker von „Turbostaat“, deren neues Album „Abalonia“ im Februar auf Platz 15 der Charts eingestiegen ist, würden wohl auch ohne den Bauhof irgendwo einen neuen Probenraum finden. Für die zahlreichen weniger bekannten Bands aus Schleswig und Umgebung, die sich regelmäßig im FKKZ treffen, könnte der Bauhof die Rettung sein.

„Das Gebäude ist in einem besseren Zustand, als wir gedacht hatten“, sagt der Vereinsvorsitzende Arne Olaf Jöhnk. Mit 1200 Quadratmetern Nutzfläche bietet es zwar weniger Platz als die alten Kasernenblocks auf der Freiheit. Es sollte aber reichen, um die Angebote des FKKZ im Kern fortzusetzen – mitsamt Künstler-Ateliers, Café und einem Saal für Konzerte, Partys oder Diskussionsveranstaltungen.

Das Kapitel Freiheit möchte er so schnell wie möglich hinter sich lassen. Der Nutzungsvertrag mit dem Immobilieneigentümer Team Vivendi läuft noch bis Ende August. Dass er noch verlängert wird, scheint ausgeschlossen. Der FKKZ-Vorstand und Team-Vivendi-Chef Volker Schlüschen kommunizieren inzwischen miteinander über ihre Anwälte. Am Freitag kommender Woche haben sie einen Termin vor dem Schleswiger Amtsgericht. Dann soll der Streit um die Nebenkosten entschieden werden, der zum Jahresbeginn darin gipfelte, dass Schlüschen dem Kulturzentrum den Strom abklemmte und erst wieder einschaltete, als das FKKZ eine einstweilige Verfügung erwirkt hatte.

Solche Auseinandersetzungen, hofft Jöhnk, würde es mit der Stadt Schleswig als Vermieter im Alten Bauhof nicht mehr geben. Einige Umbauten wären allerdings noch nötig. Für die Bedürfnisse der Musiker und Künstler sind die Räume viel zu groß. Die FKKZ-Leute wollen sich selbst darum kümmern, Trennwände einzuziehen. „Die Musiker würden in den hinteren Bereich gehen“, sagt FKKZ-Geschäftsführer Jan Friedrich Dünne. Aus Rücksicht auf die Nachbarn in der Klosterhofer Straße.

Bürgermeister Arthur Christiansen hatte den Bauhof kürzlich ins Gespräch gebracht, und die Ratsfraktionen hatten den Vorschlag positiv aufgenommen. In trockenen Tüchern ist das alles jedoch noch nicht. Auf SN-Nachfrage bestätigt Rathaus-Sprecherin Antje Wendt, dass sich noch weitere Interessenten für die Immobilie gemeldet haben. Außerdem gibt es eine ganze Reihe Einrichtungen und Vereine, die die Lagerräume im alten Bauhof nutzen – vom DRK-Blutspendedienst bis hin zur Türkei-Hilfe von Muazzez Demiryürek.

zur Startseite

von
erstellt am 03.Mär.2016 | 08:15 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen