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Klimaforscher Mojib Latif beim Mühlenfest : Alt Bennebek feiert seinen Windpark

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Alt Bennebeks Bürger haben in zwei der acht neuen Mühlen investiert. Klimaforscher Mojib Latif glaubt an das Gelingen der Energiewende.

Nach sieben Jahren Planungs- und Bauzeit ist am Wochenende die Einweihung des Windparks Alt Bennebek mit einem zweitägigen Mühlenfest gefeiert worden. Dazu hatten die Organisatoren prominente Gäste eingeladen. Meeno Schrader, bekannter „Wetterfrosch“ beim NDR, erklärte am Freitagabend vor Kommanditisten und geladenen Gästen, wie weit das Klima sich bereits verändert hat und was die Weltbevölkerung dagegen tun kann. Natürlich könne Deutschland nicht alleine den Klimawandel aufhalten, aber einer müsse anfangen, befand Schrader.

Am Sonnabend war Professor Dr. Mojib Latif, Meteorologe und Klimaforscher vom Geomar-Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung in Kiel, zu Gast und erklärte in seinem Vortrag die Bedeutung von Windkraft für das Klima der Zukunft. „Wir haben den Respekt vor der Natur verloren und dürfen unseren Planeten nicht weiter so ausbeuten“, sagte Latif. Seit 30 Jahren ist der Hochschulprofessor in aller Welt unterwegs und mahnt vor den Folgen des gewaltigen Energiehungers, den die Weltbevölkerung hat. Latif erklärte anschaulich die Wechselwirkung zwischen Kohlendioxidausstoß und Erderwärmung. „Wir vollführen ein Experiment mit unserer Erde, von dem wir nicht wissen, wie es ausgeht“, sagte er. Dennoch sei er optimistisch, dass die Energiewende weltweit gelinge. Die Weltgemeinschaft habe die Technik, um mit Hilfe von Sonne, Wind, Erdwärme und Biomasse Energie zu produzieren.

Ansonsten stand der Sonnabend ganz im Zeichen der Familien. Alle Generationen konnten im Festzelt neben der Windenergieanlage Nr. 6 bei einer Kaffeetafel und Musik, Geschichten von Kati und einem Auftritt der „Lütten Bembeker“ von DRK-Kita Alt Bennebek feiern. Eine Mühlenrallye, Geschicklichkeitsspiele und eine Hüpfburg boten Spiel und Spaß für die Kinder. Für die Tombola mit Ballon- und Oslo-Kreuzfahrten als Hauptgewinn wurden Lose verkauft. Der Erlös kommt der Jugendarbeit und dem Kindergarten in Alt Bennebek zu Gute. Am Abend mischten „Die Lederhosen“ aus Bayern die Norddeutschen auf. Es wurde zünftig gefeiert.

Die Entstehung des Windparks ist eine lange Geschichte. „Am 13. Januar 2009 stellten Mitarbeiter von WPD/e3 dem versammelten Gemeinderat in meinem Wohnzimmer ihr Konzept vor“, erzählte Bürgermeister Armin Falkenhorst. Es folgten Jahre, in denen sich die Alt Bennebeker aufgrund von wechselnden Rechtsgrundlagen und Einwänden der Bundeswehr mit immer neuen Bedingungen auseinandersetzen mussten. So forderte die Bundeswehr einen freien Korridor zwischen Alt und Klein Bennebek, weil sich in diesem Bereich die Einflugschneisen der Flugplätze Jagel und Hohn befinden. Nach vielen Verhandlungen haben die Windräder nun radarabsorbierende Rotorblätter erhalten, damit eine Störung des Flugverkehrs vermieden wird. Vor zwei Jahren, so Falkenhorst weiter, habe man die Baugenehmigung bekommen.

Für die beiden „Bürgermühlen“ wurde eine GmbH & Co KG gegründet, die von Adolf Deeke und Hauke Hinrichsen als Geschäftsführer geleitet wird. Getragen wird der Bürgerwindpark von 63 Kommanditisten, die insgesamt 1,2 Millionen Euro Eigenkapital investiert haben. „Das Geld des Dorfes für das Dorf“ sei die Devise gewesen, so Bürgermeister Falkenhorst. Hauptinvestor für sechs weitere Anlagen von je 3,05 Megawatt Leistung bei einer Höhe von 99 Metern Nabenhöhe ist die Bremer Firma WPD. Insgesamt wurden für die acht Enercon-Anlagen 35 Millionen Euro investiert. Mit den sechs in der Nähe bereits vorhandenen Windrädern wächst der Windpark auf insgesamt 14 Anlagen. Der Windpark produziert im Jahr 64 Millionen Kilowattstunden Strom. Mit dieser Menge können 16  000 Haushalte versorgt werden.

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