Zum Tode von Johann Komac : Als Janny sein Eis in Ellingstedt produzierte

Absatzrekord 1988: Die Mitarbeiter Carl Tetau (v. l.), Christa Gosch, Ingeborg Koch, Angela Jöns, Irene Koberg, Erika Gottburg, Gabi Thoben freuten sich mit ihrem Chef Janny Komac.
Absatzrekord 1988: Die Mitarbeiter Carl Tetau (v. l.), Christa Gosch, Ingeborg Koch, Angela Jöns, Irene Koberg, Erika Gottburg, Gabi Thoben freuten sich mit ihrem Chef Janny Komac.

Johann „Janny“ Komac – der Gründer von Janny’s Eis – starb in seinem Alterswohnsitz in Slowenien.

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18. März 2018, 08:49 Uhr

Die Gemeinde Ellingstedt trauert um ihren wohl bekanntesten Unternehmer. Ende Februar verstarb Johann Ferdinand Komac in seinem Altersruhesitz in Slowenien. Janny, wie er von Freunden und Bekannten genannt wurde, hatte Mitte der 1970er-Jahre im kleinen Ellingstedt damit begonnen, Speiseeis zu produzieren. Wenige Jahre später war „Jannys Eis“ in ganz Deutschland ein Begriff.

Janny Kovac und seine Familie hatten schon zuvor in der Schleswiger Königstraße einen Eissalon unter dem Namen „Venezia“ betrieben. Doch das reichte dem ehrgeizigen Janny nicht, er wollte höher hinaus. Für 23 000 D-Mark kaufte der Unternehmer deshalb in Ellingstedt die alte Meierei, um sein Eis selbst zu produzieren.

Die ganze Angelegenheit entwickelte sich überaus positiv. Dorfchronist Hans-Detlef Naeve beschreibt das Ehepaar als umgängliche, freundliche und lebensbejahende Persönlichkeiten: „Janny und Darinka nahmen aktiv am Dorfleben teil und gewannen sehr schnell die Wertschätzung der Bevölkerung.“

Auch das Geschäft mit Eis entwickelte sich in den folgenden Jahren sehr positiv, der Umsatz stieg ebenso wie die Zahl der Mitarbeiter ständig. Die Meierei wurde bald zu klein, eine größere Produktionshalle sollte her. Obwohl das bei der Bauaufsicht zunächst auf Widerstand stieß, klappte es dennoch. „Mit Hilfe der Gemeinde und Kontakte auf höherer Ebene in Kiel“, wie Naeve ein wenig nebulös schreibt.

Mit Hilfe der Gemeinde konnte Janny auf Langacker Nummer 17 eine neue, etwas kleinere Produktionsstätte planen. Nach kurzer Bauzeit konnte die Belegschaft im Februar 1985 ihre Arbeit in der neuen modernen Halle aufnehmen. Im ganzen Land war „Jannys Eis“ inzwischen bekannt. Ein qualitativ hochwertiges Erzeugnis, hergestellt aus Milch mit zehn Prozent Fettgehalt, Zucker und, je nach Sorte, verschiedenen Früchten.

Zudem setzte Janny Komac auf das Franchise-Prinzip. Schon im ersten Jahr richtete er 18 Läden mit gleichem Design ein. Die Franchise-Nehmer bezogen von ihm 250 000 Liter Milchspeiseeis aus Ellingstedt. 1988 hatte sich der Jahresabsatz auf eine Million Liter gesteigert, im Werk arbeiteten 30 Mitarbeiter. Als die Ellingstedter Eisfabrik 1989 bereits 121 Franchise-Läden bediente und der Jahresumsatz sich auf 16 Millionen Euro gesteigert hatte, bewies Johann Ferdinand Komac einmal mehr geschäftlichen Spürsinn – er verkaufte alles an den Konkurrenten Schöller, dem er inzwischen beim Umsatz auf die Pelle gerückt war.

Die Franchise-Läden laufen bis heute unter dem Namen „Jannys Eis“ weiter, die Eisproduktion aber verlegte Schöller nach Uelzen.

Obwohl es „Jannys Eis“ in Ellingstedt längst nicht mehr gibt, werden die beiden damals gebauten Betriebsstätten immer noch als wichtige Fixpunkte für die Entwicklung des Dorfes und für die Schaffung von Arbeitsplätzen angesehen. Immerhin hatte sich nach „Jannys Eis“ auch noch ein so namhaftes Unternehmen wie die Tortenfabrik „Coppenrath & Wiese“ im Ellingstedt angesiedelt. Und aktuell wird in der ehemaligen Eisfabrik alles hergestellt, was der Sylter Fisch-Unternehmer „Gosch“ im Angebot hat.

Besonders gern aber blicken die Ellingstedter auf die Zeit mit Janny Komac zurück: „Die Geschichte des Dorfes wird immer seinem Namen und seinem optimistischen Unternehmergeist verbunden bleiben“, schreibt Hans-Detlef Naeve in seiner Dorfchronik.

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