Schleswiger Nospa-Mitarbeiterin : Als Entwicklungshelferin nach Peru

Lale Carstensen an ihrem Schreibtisch am Nospa-Standort Schleswig.
Lale Carstensen an ihrem Schreibtisch am Nospa-Standort Schleswig.

Lale Carstensen wird für drei Monate südamerikanische Kollegen in Finanzangelegenheiten schulen.

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31. Juli 2018, 07:00 Uhr

Statt mit Euro wird Lale Carstensen bald mit dem Peruanischen Sol zu tun haben. Am kommenden Freitag fliegt die Nospa-Mitarbeiterin für drei Monate nach Südamerika, um den Sparkassen im Anden-Staat deutsches Know-how im Bankenwesen zu vermitteln. „Ich will gerne nochmal etwas Anderes sehen und meinen Horizont erweitern“, sagt die 24-Jährige, die nach ihrem dualen BWL-Studium seit zwei Jahren am Standort Schleswig als Firmenkundenberaterin für die Nord-Ostsee-Sparkasse tätig ist. „Und weil ich die Branche kenne, bin ich umso neugieriger.“

Organisiert wird diese vom Bund geförderte Form der Entwicklungshilfe von der Sparkassenstiftung. Der etwas sperrige Titel: „Regionalprojekt zur Verbesserung des nachhaltigen Zugangs zu Finanzdienstleistungen durch die Stärkung von Bildungs- und Verbandsstrukturen in Südamerika“. Weil sie als Elftklässlerin bereits ein Austauschjahr in Mexiko absolviert hat und somit fließend Spanisch spricht, hatte sich Lale Carstensen bei der Stiftung für das Projekt beworben – und den Zuschlag für Peru bekommen.

Wenn sie am Wochenende in der Hauptstadt Lima eintrifft, bleibt nicht viel Zeit zur Akklimatisierung. Bereits ab Montag wird sie von ihrer Vorgängerin von der Sparkasse Südholstein eingearbeitet. „Ich werde recht wenig von Lima sehen“, sagt Lale Carstensen, „stattdessen werde ich viel im Land herumreisen und an verschiedenen Orten Sparkassen betreuen.“ In Lima unterhält die Stiftung ein Büro mit vier Angestellten.

Vieles lässt die junge Frau, die in Husby aufgewachsen ist und heute in Kiel wohnt, auf sich zukommen. Zwar gibt es auch in Peru Sparkassen. Dass die Menschen gleichwohl ein ganz anderes Verhältnis zum Bankenwesen haben, das ist Lale Carstensen sehr wohl bewusst. Anders als bei uns habe dort längst nicht jeder ein eigenes Konto. Und auch die Art der Finanzgeschäfte sei eine andere. „Als ich mich neulich auf der Internetseite einer Bank informiert habe, wurde dort hauptsächlich mit Privatkrediten für Urlaubsreisen geworben.“

Die Aufgabe der Nospa-Mitarbeiterin wird in Südamerika sein, den dortigen Kollegen bei der Einführung eines auf den Kunden zugeschnittenen Finanzkonzepts nach hiesigem Vorbild zu helfen. „Wir schulen die Mitarbeiter und begleiten sie anschließend bei den Kundengesprächen“, erklärt Lale Carstensen.

Von ihrem Arbeitgeber erfährt sie großen Rückhalt für ihren Auslandsaufenthalt. „Mein Chef findet das gut“, freut sich Lale Carstensen. Ebenso die Kollegen. Was keine Selbstverständlichkeit sei, schließlich müssten die ihre Abwesenheit kompensieren. Lale Carstensen nimmt für ihren Peru-Trip vier Wochen regulären und acht Wochen unbezahlten Urlaub. Von der Sparkassenstiftung erhalte sie lediglich ein vergleichsweise geringes Honorar. Aber auf die Bezahlung kommt es der jungen Frau auch nur am Rande an. „Ich finde es einfach spannend, mein Wissen weiterzuvermitteln.“

Erleichtert wird ihr der Aufenthalt im Anden-Staat dadurch, dass für einige Zeit auch ihr Freund dort sein wird. Der ist Student für Industriedesign und will in Peru Praktika absolvieren. Und auf was freut sie sich noch? „Auf das Essen, die Landschaft – und die Alpakas“, sagt Lale Carstensen und lacht.

Über ihre Reise wird sie regelmäßig im Blog ihrer Sparkasse berichten. Die Adresse: nospa.sparkasseblog.de

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