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Nach Brand bei Autoservice in Jagel : „Alles, was mir gehörte, ist dahin“

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Ein Autoteilehandel in Jagel brennt bis auf die Grundmauern nieder. Auch ein Sportlerheim in Klein Bennebek fällt den Flammen zum Opfer.

shz.de von
erstellt am 02.Mai.2017 | 07:38 Uhr

Jagel | Für ihn waren es dramatische Stunden: Eike Lenz musste in der Nacht zu Montag mit ansehen, wie sein Autodienst ein Raub der Flammen wurde. Auch der Großeinsatz der Wehren Jagel, Lottorf, Kropp, Dannewerk und Schleswig konnte nicht verhindern, dass sein Betrieb direkt an der B77 vollständig zerstört wurde.

Die Feuerwehr Jagel wurde gegen 23.30 Uhr alarmiert. Bereits bei ihrem Eintreffen stellten die Einsatzkräfte eine starke Rauchentwicklung fest. Auch Eike Lenz, Eigentümer des Autoteilehandels, kam wenig später zur Einsatzstelle. „Die Nachbarn hatten mich angerufen“, erinnert er sich an die Nachricht, die für ihn alles ändern würde. „Als ich zur Halle kam, hat schon alles lichterloh gebrannt“, erzählt er am Montag am Telefon – hörbar mitgenommen. „Man muss untätig zugucken, wie seine Existenz verschwindet.“ Seit drei Jahren betreibt er die Firma und steht jetzt vor dem Nichts. „Alles, was mir gehörte, ist unwiederbringlich dahin. Das Gebäude existiert nicht mehr“, sagt er. Wie es für ihn jetzt weitergeht, weiß er noch nicht. „Es ist alles dahin“, wiederholt er verzweifelt.

Dass bei dem Brand kein Mensch zu Schaden kam, sei zurzeit der einzige Lichtblick für ihn. „Ich hatte mir Sorgen gemacht, dass die Feuerwehrmänner sich verletzt haben, weil es so stark geraucht hat.“ Von gefährlicher Rauchentwicklung berichten auch die vor Ort eingesetzten Wehren: „Es wurden die Wehren aus Kropp und Lottorf zur Unterstützung alarmiert. Mit einem massiven Atemschutzeinsatz versuchten wir den Brand zunächst von innen zu bekämpfen“, heißt es in einer Pressemitteilung. Doch durch die Bauweise der Halle, die komplett mit Alu-Fassadenplatten verkleidet war, habe sich das Feuer ungehindert durch die Zwischenräume an Wänden und in der Decke ausgebreitet. Da das Rauchgas im Gebäude sich zu entzünden drohte (Durchzündung), mussten die Einsatzkräfte den Innenangriff nach rund 30 Minuten abbrechen.

„Da noch mehr Atemschutzkräfte benötigt wurden, rückte auch die Feuerwehr Dannewerk sowie die Drehleiter der Feuerwehr Schleswig aus“, berichtet Thomas Neubert, Pressewart der Kropper Feuerwehr. Die Jageler Bevölkerung wurde zudem über Radiodurchsagen dazu aufgefordert, Fenster und Türen geschlossen zu halten, die B77 für den Einsatz komplett gesperrt. Nach zweieinhalb Stunden war das Feuer unter Kontrolle. Mit dem Greifbagger eines Kropper Entsorgungsunternehmens wurde die Halle dann gegen vier Uhr morgens komplett eingerissen, um an die letzten Glutnester zu gelangen. Die Jageler Feuerwehr war noch bis etwa 5.30 Uhr mit den Nachlöscharbeiten beschäftigt.

Auch Eike Lenz war die ganze Nacht im Einsatz. „Ich habe geholfen, die Autos dort wegzuschaffen.“ Am Montag war er immer wieder vor Ort, um den Schaden zu sichten. „Ich kann mir nicht erklären, wie es zu dem Brand kommen konnte“, sagt er ratlos. Noch wenige Stunden vorher sei er in der Firma gewesen – alles war in Ordnung. „Eine technische Ursache schließe ich eigentlich aus. Ich befürchte, dass es Brandstiftung war.“ Von offizieller Seite kann man sich zur Ursache noch nicht äußern. Die Kriminalpolizei habe die Ermittlungen aufgenommen, heißt es von der Leitstelle Nord. „Die Schadenshöhe beträgt rund 150.000 Euro“, sagte ein Sprecher auf Nachfrage. Am Montag sei der Brandort noch zu heiß für eine Begutachtung gewesen.

Feuerwehr auch in Klein Bennebek im Einsatz

Bereits am Sonnabend brannte es in Klein Bennebek. Um 17.15 Uhr ging bei der Feuerwehr der Notruf ein – das Sportlerheim stand in Flammen. In dem l-förmigen Kombigebäude an der Friedrichsanbauer Straße, in dem neben dem SSV Klein Bennebek auch die Freiwillige Feuerwehr untergebracht ist, war aus bisher ungeklärter Ursache ein Brand ausgebrochen. Das Feuer war im Ostflügel des Sportlerheims entstanden und breitete sich rasch auf den westlichen Gebäudeteil mit der Feuerwache aus.

Das zerstörte Sportlerheim.
Das zerstörte Sportlerheim. Foto: ute
 

Die Ortswehr hatte zunächst alle Hände voll damit zu tun, das Einsatzfahrzeug und wichtige Ausrüstungsgegenstände aus der Fahrzeughalle zu retten. Mit Unterstützung der Nachbarwehren wurde umgehend eine Wasserversorgung aufgebaut und von mehreren Seiten mit den Löscharbeiten begonnen. Zur Unterstützung der Löscharbeiten ist die Drehleiter aus Schleswig alarmiert worden, da Teile des Daches des Sportlerheims einstürzten und die Löscharbeiten nur noch von oben aus sinnvoll gewesen seien. Die Löscharbeiten dauerten drei Stunden an.

Am Morgen nach dem Brand waren Sachverständige der Polizei im abgesperrten Gebäude tätig. „Es ist noch nicht klar, ob die Feuerwache verschont geblieben ist. Durch die große Hitzeeinwirkung ist möglicherweise ein Trägerbalken in Mitleidenschaft gezogen worden“, berichtete Thomas Petersen, stellvertretender Bürgermeister von Klein Bennebek. Das Feuerwehrfahrzeug wurde derweil anderweitig untergestellt, bis der Sachverhalt geklärt ist. Über die Schadenshöhe konnten bisher keine Angaben gemacht werden. Auch in Klein Bennebek hat die Kripo die Ermittlungen aufgenommen.

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