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Bürgermeister-Kandidat Ronny Haardt : Alles auf eine Karte gesetzt

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Er versucht, als unabhängiger Bewerber neuer Schleswiger Bürgermeister zu werden: Der gelernte IT-Manager Ronny Haardt.

shz.de von
erstellt am 12.Sep.2013 | 18:00 Uhr

Er kann nicht anders. „Ich muss in Schleswig leben, damit ich mich wohl fühle“, sagt Ronny Haardt, der Kandidat für das Bürgermeisteramt. Er brauche diese Stadt wie die Luft zum Atmen. Selbst in früheren Berufsjahren, in denen er als IT-System-Manager für einen internationalen Stahlkonzern in Köln wohnte, sei er mit seiner Ehefrau („wir sind jetzt geschieden, aber allerbeste Freunde“) an Wochenenden meist nach Schleswig gefahren. Zum Auftanken der eigenen Ressourcen.

So eine starke Heimatliebe, da kommt es einem schon fast gemein vor zu fragen, ob er mit der Rolle als bekennender Schleswiger auch ein bisschen Wahlstrategie verfolgt. Wir sind verabredet mit Ronny Haardt beim Hafenimbiss, mitgebracht hat er seinen Leihhund, der unter dem Tisch Platz nimmt: „Mit ihm verbindet mich eine Art Seelenverwandtschaft – er gehört meiner Schwiegermutter, ist aber oft bei mir“, sagt Haardt und streichelt seinen Kopf.

Während unseres längeren Gespräches, bei dem es auch um seine „herrliche Kindheit“ mit den Brüdern Hardy und Perry in Böklund geht, um seine beruflichen Erfahrungen und um menschliche Einsichten, verfestigt sich der Eindruck: Ronny Haardt meint es ernst mit Schleswig.

Für seine Kandidatur hat er alles auf eine Karte gesetzt. Vor etwa zwei Jahren gab er sein berufliches Leben als IT-Experte und Projektleiter auf, um sich in Schleswig auf das Amt des Bürgermeisters vorbereiten zu können. „Das tue ich mit viel Freude und Ausdauer.“ Jede Ratsversammlung, jeden Ausschuss habe er seither besucht, unzählige Gespräche mit Schleswigern in allen Stadtteilen geführt. „So habe ich ein ganz gutes Bild davon bekommen, wo der Schuh drückt.“ Am Berender Redder etwa: „Dort fehlt immer noch die Busanbindung, die den Neubürgern versprochen wurde.“ Das ist es auch, was Ronny Haardt ab 22. September sein will: Hauptansprechpartner für alle. „Ich will dafür sorgen, dass es mit Schleswig wieder voran geht. Und ich weiß, dass ich das kann.“

Aber wissen das auch die anderen? Diejenigen, die ihn wählen sollen? Haardt ist davon überzeugt. Er sei jetzt 50 Jahre alt und habe genügend Lebenserfahrungen, auch mit sich selbst. So habe er immer wieder feststellen können, wie gut er in der Lage sei, Menschen zu motivieren und zu einem gemeinsamen Ziel zu führen. Diese Fähigkeit und die Erfahrung im Management kämen ihm als Bürgermeister zugute, meint er.

Ja, es stimme zwar, er sei kein Verwaltungsfachwirt. Aber: „Gerade das finde ich gut. Weil ich als Verwaltungsmann von vornherein die Gesetze und Vorschriften im Kopf hätte – und dadurch womöglich schon im Ansatz blockiert wäre gegenüber neuen Ideen und Konzepten.“ Anders herum wird für ihn ein Schuh draus: „Zuerst auf neue Projekte zugehen, und dann mit Verwaltungsfachleuten erkunden, wie man sie im Einklang mit den Gesetzen hinkriegen kann.“

Als wir Tschüs sagen, schaut Ronny Haardt vom Hafen aus in Richtung Rathaus. Bis dahin sind es nur wenige Minuten Fußweg. Er meint: „Ich bin schon ganz unruhig. Am liebsten würde ich jetzt gleich rüber gehen, um als Bürgermeister loszulegen.“

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