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Schleswiger Nachrichten

24. Oktober 2017 | 11:44 Uhr

Alfons und seine Pariser Heimat

vom

Der chaotische französische Fernsehreporter begeisterte mit einem sehr persönlichen Abend

shz.de von
erstellt am 27.Mai.2013 | 03:59 Uhr

Schleswig | Wer Alfons, den Reporter mit dem plüschigen Puschelmikrofon nur aus dem NDR-Fernsehen kennt, der kennt ihn nicht richtig: Mit seinem neuen Bühnenprogramm "Wiedersehen macht Freunde" überraschte der humorvolle Franzose mit unerwarteten poetischen Momenten inmitten einer herzerwärmenden Geschichte - seiner Geschichte. Mal leise und nachdenklich - mal einfach zum Brüllen komisch nahm Alfons die rund 200 Zuschauer inmitten der voll besetzen "Heimat" auf der Freiheit auf eine dreistündige persönliche Zeitreise durch seine turbulente Kinder- und Jugendzeit im 13. Arrondissement von Paris. Die Einspielfilmchen von seinen Interviews mit Puschel-Mikrofon spielten nur eine Nebenrolle.

Alles begann mit seinen beiden besten Freunden, deren langjährige Freundschaft eine tiefgreifende Verbundenheit prägte - bis das Leben dafür sorgte, dass die drei jungen Franzosen berufsbedingt auseinander gehen sollten. Als Jugendlicher verabredete sich Alfons zu einem Treffen, das nun in der "Heimat" - 20 Jahre später - stattfinden sollte. Gespannt und gleichzeitig gebannt verfolgten die Zuschauer, mal herzerfrischend lachend, dann wieder mucksmäuschenstill das Geschehen auf der Bühne - Alfons berührte und spielte sich mit seiner kindlich-liebenswürdigen Sichtweise auf die Dinge in der Welt direkt in die Herzen der Schleswiger. Seinen wertvollen Tipps und Lebensweisheiten, insbesondere auf die immer leiser werdende Stimme des inneren Kindes zu achten und sie wertschätzend im Herzen zu bewahren, nahmen die Besucher dankbar mit viel Applaus auf. "Wenn es keinen Spaß macht, dann habt Spaß, dann macht es wieder Spaß."

Das Publikum zeigte sich begeistert von der abwechslungsreichen Mischung aus Comedy und kurzweiligem Theaterabend und spendete am Ende tosenden Applaus. "Es war einfach wunderbar. Alfons berührte auf ganz wunderbare Weise", fanden Tove und Dieter Lech aus Schleswig. "Dass dies wirklich seine wahre Geschichte ist, hat mich beeindruckt", sagte Britta Lietz. "Seine Botschaft des inneren Kindes fand ich echt bemerkenswert", meinte Maike Wiedemann. Auch ihr Ehemann Jan Wiedemann, ein Kinder- und Jugendpsychologe, war begeistert: "Sehr gut. Das war Supervision für Psychotherapeuten."

Und wie fand Alfons den Abend? "Die Schleswiger und das Ambiente der Heimat haben mir sehr gut gefallen. Ich komme gerne wieder hierher". Nur eines wunderte den Franzosen auf dem Weg zur "Freiheit": Die für Deutschland so typische Beschilderung fehlte und brachte den sonst ruhigen Autofahrer trotz Navigationssystem auf der Suche nach der "Heimat" fast zur Verzweiflung. Beim nächsten Besuch wird der Weg besser ausgeschildert sein, versprach die hochschwangere "Heimat"-Verantwortliche Yvonne Sönnichsen.

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