zur Navigation springen

„Muslime für den Frieden“ : Ahmadiyya-Gemeinde wirbt für harmonisches Miteinander

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Die Mitglieder der muslimischen Ahmadiyya-Gemeinde in Schleswig wollen in 16 Dörfern im Kreis auf Werbetour für ein friedliches Miteinander gehen.

shz.de von
erstellt am 15.Feb.2017 | 12:59 Uhr

„Liebe für alle – Hass für Keinen“, so stand es auf einem großen grünen Banner gestern im Hotel Alter Kreisbahnhof in Schleswig. Die Mitglieder der Ahmadiyya-Gemeinde stellten ihre Kampagne „Muslime für den Frieden vor“, mit der sie auch in die Dörfer im Kreis Schleswig-Flensburg gehen wollen.

„Besonders in den ländlichen Gebieten gibt es Gegenden, wo es große Vorurteile gegenüber Muslimen gibt“, erklärte Tariq Chaudry die Motivation. Ein zunehmender Rassismus in der Gesellschaft bereite der Gemeinde viele Sorgen. „Wir möchten nicht an der Seitenlinie stehen“, sagte der 29-jährige Student.

Die Gemeindemitglieder, die sich selbst als reformorientierte Muslime bezeichnen, haben daher eine Aktionsreihe ins Leben gerufen, die über ihre Religion informieren sowie Vorurteile und Ängste abbauen soll. Sie wollen 16 Dörfer im Kreis besuchen und dort ihre blauen Flyer verteilen. Zitate wie „Es soll kein Zwang sein im Glauben“ informieren über die Natur der Ahmadiyya-Strömung, die 1889 ins Leben gerufen wurde. „In fast allen muslimisch geprägten Ländern dieser Erde ist unsere Religion verboten“, erklärt Imam Adeel Ahmad Shad. Er betreut die Gemeinden in ganz Schleswig-Holstein, im Kreis Schleswig-Flensburg gibt es rund 80 Gemeindemitglieder. Die Religion habe sich eine zeitgemäße Interpretation des Korans auf die Fahne geschrieben, erklärte der Imam. „Dazu gehört auch, dass alle Menschen sich respektieren sollten. Dass es Konflikte gibt, ist ganz normal, aber sie dürfen nicht zu Gewalt führen“, sagte der Theologe. Zudem würden Muslime ihrer Glaubensrichtung für die Werte Deutschlands eintreten.

Natürlich erhofften sich die Gemeindemitglieder, mit der Bevölkerung ins Gespräch zu kommen. „Wenn die Menschen erst einmal mit uns reden, dann stellen sie meist schnell fest, dass wir nichts Schlechtes im Sinn haben“, erklärte Chaudry. Auch an Infoständen in den Fußgängerzonen in Schleswig, Flensburg und Kappeln wollen sie Rede und Antwort stehen. „Das machen wir nicht zum ersten Mal“, sagte Imam Adeel Ahmad Shad. Es würde zwar immer mal wieder zu Beschimpfungen bei solchen Anlässen kommen, „aber viele sind mit Hass gekommen und mit schönen Wörtern wieder gegangen“.

Am 26. April lädt die Gemeinde zu einer Diskussionsveranstaltung von 18 bis 20 Uhr ins Schleswiger Gebetszentrum ein. Am 5. April findet an gleicher Stelle von 18 bis 20 Uhr eine Veranstaltung für Frauen statt. „Dort geht es um „Das Konzept der Liebe im Islam“. Zudem will die Gemeinde Bäume in Schleswig und Umgebung pflanzen. „Bäume gelten bei uns als Sinnbild der Verwurzelung im Land“, erklärte Chaudry.

Schön öfter sei den Gemeindemitgliedern von anderen eine versteckte Agenda unterstellt worden. „Das stimmt nicht“, betonte Tariq Chaudry gestern. „Wir haben viel mehr gemeinsam als uns trennt“, ist sich der 29-Jährige sicher.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen