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Gastwirt zieht Zusage Zurück : AfD-Wahlparty abgesagt – aber demonstriert wird trotzdem

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Eigentlich wollte die AFD in Eggebek ihr Programm vorstellen und feiern. Der Druck des Bündnisses für ein buntes Flensburg war offenbar zu groß.

Die Party ist abgesagt. Ursprünglich wollte der Kreisverband der „Alternative für Deutschland“ (Afd) am Sonntag in Eggebek ihre Kandidaten und ihr Programm vorstellen und anschließend vor dem Fernseher die erwarteten Erfolge bei den Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt, Baden Württemberg und Rheinland-Pfalz feiern. Daraus wird nichts. Gestern Mittag meldete der Gastwirt des „Dance Club Lavie“ auf seiner Internetseite lapidar: „Die Veranstaltung der AfD für Sonntag wird abgesagt.“

Die Bestätigung folgte wenig später durch den stellvertretenden Kreisvorsitzenden der AfD, Hans-Ulrich Post: „Der Gastwirt hat uns kurzfristig mitgeteilt, dass die Veranstaltung nicht stattfinden kann. Wir hatten bisher 53 Anmeldungen – in der Kürze der Zeit war es uns nicht möglich, einen neuen Veranstaltungsort zu finden.“ Er vermute, so Post, dass der öffentlich Druck, vor allen durch das „Bündnis für ein buntes Flensburg“, zu der Entscheidung von Seiten des Gastwirtes geführt habe.

Der Betreiber des Lokals wollte sich über seine Gründe gestern nicht äußern, „weil dann wieder ein Shitstorm über ihn hereinbrechen“ würde. „Ich werde meine Konsequenzen ziehen, das Thema ist durch, die Infoveranstaltung findet nicht statt. Mehr gibt es nicht zu sagen.“

Nachdem zu Wochenbeginn bekannt geworden war, dass die AfD in Eggebek eine Wahlparty feiern wollte, mobilisierte sich der Widerstand – vor allem durch das „Bündnis für ein buntes Flensburg“, in dem Gewerkschaften, Kirchen und Religionsgemeinschaften, Parteien und Institutionen organisiert sind. Geplant war eine Gegenveranstaltung vor dem Lokal in Eggebek, um ihrerseits mit Bürgern über die AfD zu diskutieren und, wenn möglich, in der Veranstaltung Fragen zu stellen.

Diese Pläne sind nun hinfällig. „Aber das stört uns nicht“, sagt Hans-Werner Jezewski, Linken-Stadtrat in Flensburg und einer der Initiatoren der Demonstration. „Wenn nicht die AfD über ihr Programm informiert, werden wir es eben tun.“ Jezewski rechnet damit, dass sich morgen mindestens 350 Menschen auf den Weg nach Eggebek machen werden, um mit den Bürgern ins Gespräch zu kommen. „Wir sollen darüber aufklären, dass die AfD zwar über den Euro redet, in Wirklichkeit aber auf Menschen schießen lassen will“, so Jezewski. Dass die Afd nicht dabei sei, spiele keine Rolle. „So wird die Veranstaltung wesentlich friedlicher ablaufen. Und die Straße wird nicht für drei Stunden gesperrt, sondern nur für eine – wir wollen den Eggebekern ja nicht auf den Wecker fallen.“ Der Linken-Politiker ließ keinen Zweifel, dass das Bündnis die Absage der Veranstaltung als Erfolg wertet.

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erstellt am 12.Mär.2016 | 07:16 Uhr

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