Schleswig-Flensburg : AfD-Kreisvorsitzender kündigt Rücktritt an

Beim Neujahrsempfang des Kreisverbandes war die AfD-Welt noch in Ordnung: Hans-Ulrich Post (l.) und Peter Haacke mit der inzwischen zurückgetretenen Landesvorsitzenden Ulrike Trebesius
Beim Neujahrsempfang des Kreisverbandes war die AfD-Welt noch in Ordnung: Hans-Ulrich Post (l.) und Peter Haacke mit der inzwischen zurückgetretenen Landesvorsitzenden Ulrike Trebesius

Die Partei-Krise der AfD hat auch den Kreisverband Schleswig-Flensburg erfasst. Der Vorsitzene Peter Haacke tritt zurück, sein Vize Hans-Ulrich Post macht weiter.

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07. Juli 2015, 16:08 Uhr

Die Ergebnisse des Bundesparteitages der AfD wirken sich nun auch auf den Kreisverband Flensburg-Schleswig aus. Der Vorsitzende Peter Haacke kündigte gestern auf Nachfrage unserer Zeitung seinen „zeitnahen“ Rücktritt an. Gleichzeitig werde er auch seine Ämter als Landesgeschäftsführer und stellvertretender Landesvorsitzender abgeben. „Ich mache jetzt noch meine Arbeit ordentlich zu Ende und ziehe dann einen Schlussstrich“, sagte er. Der 31. Juli könne dabei ein geeigneter Zeitpunkt sein, um die Ämter ordnungsgemäß in andere Hände abzugeben. „Fest steht jedenfalls, dass ich nicht bereit bin, viel länger für solche Leute weiterzuarbeiten. Da werden mir zu viele rote Linien überschritten“, sagte der Geltinger mit Blick auf den Rechtsruck, den viele Experten mit der Wahl Frauke Petrys zur neuen Bundesvorsitzenden der AfD vorhersagen. Haacke kündigte für die kommende Woche eine Vorstandssitzung des Kreisverbandes an, bei dem in erster Linie Personalfragen geklärt werden sollen.

Für Haackes Stellvertreter Hans-Ulrich Post steht derweil schon fest, „dass ich weitermachen werde“. Im Gegensatz zu seinem Vorsitzenden war der Schleswiger nicht Mitglied des von Parteigründer Bernd Lucke gegründeten Vereins „Weckruf“. Mit diesem wollten die konservativ-liberalen Kräfte die Partei gegen wachsende rechte und nationalkonservative Strömungen abgrenzen. Post hingegen sieht in der Initiative einen Versuch, die AfD zu spalten. „Ich glaube nicht, dass wir einen Rechtsruck erleben werden. Vielmehr werden wir uns als Partei auch anderen Themen zuwenden“, sagt Post, der dem Lucke-Lager vorwirft, sich zu sehr auf das Kernthema Euro-Rettung fixiert zu haben statt sich auch stärker etwa in Fragen der Einwanderungspolitik zu positionieren.

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