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Plakat-Klau vor der Europawahl : AfD erstattet Anzeige

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Schon mehr als ein Dutzend Wahlplakate wurden in Schleswig gestohlen.

von
erstellt am 05.Mai.2014 | 07:56 Uhr

Eigentlich hat Hans-Ulrich Post in diesen Wochen kaum Zeit für andere Dinge. Der 65-jährige Schleswiger wurde von seiner Partei, der AfD (Alternative für Deutschland), zum Wahlkampfleiter für das gesamte Kreisgebiet und die Stadt Flensburg ernannt. Seitdem steht sein Handy nicht mehr still, eine Podiumsdiskussionen jagt die andere – wenn nicht gerade Gespräche am Infostand in der Fußgängerzone anstehen. In den letzten Tagen allerdings sitzt Post immer wieder in der Schleswiger Polizeiwache. Um Anzeige zu erstatten. Denn je näher die Europawahl am 25. Mai rückt, desto häufiger werden die Plakate der AfD von unbekannten Tätern entweder zerstört oder – auf Nimmerwiedersehen – abgehängt.

Aus ganz Deutschland werden inzwischen ähnliche Vorfälle gemeldet. Der Grund dafür liegt offenbar darin, dass Antifa-Gruppen zu gezielten Aktionen gegen die AfD aufrufen. Sie werfen der Euro-kritischen Partei unter anderem vor, mit Slogans wie „Einwanderung braucht klare Regeln“ und „Mehr Mut zu Deutschland“ Wählerstimmen am rechten Rand fischen zu wollen. Ebenso zeige die Partei homophobe und anti-islamische Tendenzen. Hans-Ulrich Post wehrt sich dagegen: „Wir sind nicht rechts und haben auch nichts gegen Homosexuelle und Muslime. Wir sprechen nur das deutlich aus, was die anderen Parteien auch denken“ , sagt er. So befürworte er unter anderem „eine geregelte Einwanderungspolitik wie in der Schweiz“ und lehne eine „gesetzliche Gleichstellung von Homo-Ehen und klassischen Familien“ ab. Das sei aber noch lange kein Grund dafür, dass seine Partei in der Öffentlichkeit „verunglimpft und diffamiert“ werde. „Man hat das Gefühl, dass es eine Legitimation dafür gibt, unseren Wahlkampf zu sabotieren.“

In Schleswig wurden inzwischen mehr als ein Dutzend Plakate der AfD von Laternenmasten entfernt: an der Flensburger Straße, in St. Jürgen, an der Mahnsteinstraße, der Langen Straße und am Gallberg. Einige davon hingen direkt vor Posts Haustür. Dort hat der Immobilienmakler laut eigener Aussage sogar einen jungen Mann auf frischer Tat ertappt. Dieser habe sein Skateboard gegen einen Laternenmast gestellt, sei darauf geklettert und habe sich schließlich an dem Plakat zu schaffen gemacht. Als er Post sah, habe der Mann aber Reißaus genommen. „Ich habe noch versucht, ihn festzuhalten. Aber er ist mir entwischt.“

Inzwischen hat Post, der auch zweiter Kreisvorsitzender ist, im Namen der AfD mehrfach Anzeige erstattet, wie auch Polizeisprecher Matthias Glamann bestätigt: „Uns sind mehrere Fälle bekannt. Von anderen Parteien sind bislang keine Wahlplakate betroffen.“ Die AfD hingegen beklagt fast täglich neue Verluste. „Der materielle Wert ist natürlich nicht sehr groß, aber die Grundwerte der Demokratie werden hier doch mit Füßen getreten“, sagt Post. Schließlich hätten sämtliche politische Parteien in Deutschland gesetzlich vorgeschrieben das Recht, Wahlwerbung machen zu können.

 

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